Dienstag, 30. November 2010

Bernsteinwellen.
Schriftsteller: Mit Geschichten gegen die Macht des nur scheinbar Unabänderlichen.
Automobilmachung.
Ehrlicher als ein Kreuz wäre eine Banknote auf dem Schweizer Wappen.
Das Theater im Ohr. (Etwa die Welt, die Welt?)

Montag, 29. November 2010

Die Angst ist der Gesichtsschleier der meisten Menschen – auch im Abendland (welch Wunder!).
Wer sagt »Wasser«, während er es trinkt?
Omphalophobie vs. Nabelschau.
Diktatur der Volksdummheit? Oder bloß kein Mut zur Angst?

Freitag, 26. November 2010

Bedeutungsfreie Sprache? – Wäre immer noch die Frage zu stellen, ob sie auch sinnfrei sei? Aber die Suche nach dem Alpha-Teilchen ist kaum bedeutungslos! (Für die Theorie des Alpha-Teilchens gebührte mir der Nobelpreis in Physik.)
In einem 30-Milliliter-Tintenfass haben 171‘073 Wörter Platz (Achim Schollenberger 1998 im Selbstversuch mit dem Wort »Wort«): Ja, es gibt ganz sinnvolle Kunst! (Es lebe der verzauberte All-Tag!)
Glücklich sein, ich soll öfter glücklich sein? Aber ich bin doch glücklich; immer so lange, bis ich wieder weinen muss.

Mittwoch, 17. November 2010

Tote Maler können nicht malen. Viele lebende auch nicht.
Können wir alternative Welten denken?
Der Mensch zur Katze: Glaubst du, dass Katzen in den Himmel kommen? Denn im Himmel soll man glücklich sein. Und ohne Katzen wäre ich nicht glücklich.
Die Katze: Aber wenn ich auch im Himmel noch Menschen um mich habe, bin ich nicht glücklich.

Dienstag, 16. November 2010

Wo die Gesellschaft einer möglichen Dynamisierung durch Literatur sich beharrlich entzieht, sollte man vielleicht eher Dynamit anwenden. (Wortdynamit)
Das Gedächtnis der meisten, die sich für Elefanten halten, ist das einer Mücke.
Goethe ist ein Maar, Freud ein Brunnen. Schiller ein Bach und Kafka ein tiefer Waldteich. Thomas Mann ein Kanal – und Thomas von Aquin die Pisse in allen.
Dieses unermessliche Leid ein bisschen fühlbar machen.

Montag, 15. November 2010

Als Gefangener ist mit der Zeit nur noch von Bedeutung, was im Gefängnis drin geschieht, die Außenwelt wird mehr und mehr zu einer Art Zeitungsmeldung ohne Belang. Sind deshalb Autoren, die in einem total kontrollierten Staat schreiben, meist zu sehr nur noch für sich selbst und ihre Mitbürger wichtig? Ist das in der Schweiz so? Ist das bei mir so, da ich in mir gefangen bin, gegen die Welt stehend?
Rock’n’Moll.

Sonntag, 14. November 2010

Viele Selbsttötungen von ordinären Menschen scheitern vielleicht daran, dass sie in einem Abschiedsbrief, den sie der Nachwelt meinen schuldig zu sein, nichts zu sagen haben. (Ja, ich habe Dostojewski gelesen.)
Es ist schon eigenartig: Mein Großvater kommt aus Schwarzenberg, mein Großpapa aus Schwarzsee: Ich muss einfach eine dunkle Seite in mir haben.
30 Kilo Sprengstoff ist in der Schweiz pro Kopf vorhanden. Und dann sind da die Deppen, die darauf noch stolz sind: Auch für sie sind 30 Kilo da!; als wär’s ihr’s. Und nicht gegen sie.
Die Leute mit ihren Redefehlern, die eigentlich Denkfehler sind, drehen alles ins Euphemistische; es muss ›zurückverdreht‹ werden, damit es heißt, was es meint: Staatschef → Schadskleff. (Bitte was?)
Das derzeit so oft herbeizitierte ›Abendland‹ kennt keine kriegerischen Absichten gegen andere Religionen, andere Staaten? Und was ist mit: »Kein schönrer Tod ist auf der Welt als wer vorm Feind erschlagen.«? (Vorm Feind??) (Weitere Beispiele gibt es zu Tausenden.)

Samstag, 13. November 2010

Donnerstag, 11. November 2010

Wenn wir nicht im Laufe der Entwicklung lernen, unsere Destruktionstriebe von unseresgleichen abzulenken oder überhaupt umzuwandeln, wenn wir fortfahren, einander wegen kleiner Verschiedenheiten zu hassen und um einen kleinen Gewinn zu erschlagen, wenn wir die großen Fortschritte in der Beherrschung der Naturkräfte immer wieder für unsere gegenseitige Vernichtung ausnützen, welche Zukunft steht uns da bevor? (Die Antworten bitte an die Damen und Herren Politiker)

Mittwoch, 10. November 2010

Das Mythische, das ahnte Lovecraft, ist letztlich nicht erzählbar, weil jede Erzählung ihren Stoff gegenwärtig macht, der Mythos aber immer schon vergangen ist.
All dies, was ich ›wahr‹ nenne: Es ist ein Leben, gesehen und geführt mit Verve und Empathie.
Mehr Freirhythmiker als Steifstrophler!
Die Zeichensetzer als dem Computerzeitalter Jahrtausende voraus: Letztlich ist das Alphabet auch ein Code für die Welt, wie sie die Rechenmaschinen benötigen, um die Welt für sich irgendwie zu erfassen.
Wann gelangt der Staat endlich dazu, die Essenz der Literatur jenseits von allem Gebrauchswert in ihrer ästhetisch-metaphorischen Qualität zu sehen?
Dichtung als verbremste (gebremste?) und gebogene Sprache.

Dienstag, 9. November 2010

Und zur Sprache bringen lässt sich dann eben doch nicht alles.
Saufen bis ins Komasutra ...
Ich sitze an meinen Webstuhl der Gedanken und webe der Welt den luftigen Riesenteppich der Anders-Welt.
Bibliotheken: Sind sie nicht das abgelagerte Sediment der Vernunft, die jahrhundertelang schon anredet gegen die Holz-, Hohl-, Flach- und Schwachköpfigkeit, die auf Erden das Sagen hat?
Schriftsteller: Weltenerbauer und Realitätszerstörer.
Ci-Ca-Cortison: Der Altersheim-Lachabend.

Montag, 8. November 2010

Aus dem Unvollendetsein eines so genannten Fragments, über dem der Künstler gestorben ist, könnte etwas zur Sprache zu bringen sein, was dessen Unvollendetsein bedingte. Denn sind nicht alle Lebenswerke, also die Gesamtwerke ebenso Fragment? Will nicht jeder Künstler noch mehr machen, als er bei seinem Tod erst erreicht hat? Und was kommt daraus also zur Sprache?
Eher soll Dein Schatten Dich verlassen als ich Dich. Jaja, wenn die pilzkopfhelle Atombombe fällt …
»Wie ein junges Reh« – Jagdsprache des Abknallens übertragen auf das Aufreißen von Frauen. Was denken sich diese Jäger eigentlich? Vermutlich genau das!
Die nackte Wahrheit akzeptieren die meisten Leutchen nurmehr in anzüglichen Werbungen; wehe, sie erscheint mal in einem Buch, das auch Kinder lesen könnten.
Literatur: Zwei Schriftsteller zeichnen sich gegenseitig.
Was ist schlimmer: Ein Staats-Imperium, das die Menschen nicht wollen und worin sie unterjocht werden – oder ein selbstgewähltes System des Konsum-Terrors?
Ist es Selbstmord, gegen das System anzutreten (Suicide by system)? Oder ist man als Systemgegner so oder so ebenfalls Teil des Systems?

Sonntag, 7. November 2010

›Sturmangriff‹, ›Gemetzel‹: Nur zwei Blickweisen in den Geschichtsbüchern.
Etwas in Kauf nehmen. Genau!
Autor sein: Biographie statt Karriere.
Der Weg zum Inneren Ich ist um einiges vertrackter, als sich das die üblichen Esoterik-Gurus so vorstellen.
Welt in Duodez: Der Schweizer versteht’s!
Diese Jedermann-Gesellschaft, deren Gedächtniskraft nicht einmal von einem Großskandal bis zur nächsten Wahl durchhält ...
Die Moral kommt dem meisten eben wirklich erst nach dem Fressen.
Dafür, dass die Patrioten vorgeben, ihr Land zu lieben, werfen sie mir ein bisschen zu viel Müll drauf. Atommüll. Benzin.
Das Gebet des Teenagers: Rette mich aus dieser Welt der Zwänge, aber bitte in Gucci.
Was eine gute Tat ist, das frage man besser nicht die Terroristen. Auch jene nicht von Vater Staat. Denn für die heißt: Jeden Tag eine gute Tat = Jeden Tag ein Attentat.
Rübenlichter in die Kürbisschädel!
Filzokratie.
A-a-a-aber die Liebe? Meist eh nur das, was uns vorgegaukelt wird, das soll man haben: eine schöne Frau, ein starker Mann, ein Mann mit Haus, eine Frau mit Mitgift, Kinder, die alles besitzen müssen, was der Markt so anpreist …
»Mit Nachdruck muss betont werden … « Peng! Plemm! »Es gilt herauszustreichen …« Peng! Plemm! Mit Nachdruck wird betoniert. Der Kunstetat wird aus der Jahresrechnung herausgestrichen. Peng! Plemm!
Durch viele Wände kommt man nur mit dem Kopf.
Haben ist vielen ein Sein.

Samstag, 6. November 2010

Zum Glück kann man das Leben nicht wirklich aus der Sicht seiner letzten Minute ansehen: Von diesem Standpunkt muss es ausnahmslos und radikal lächerlich erscheinen; so können wir uns bis zu dem Zeitpunkt vom Prinzip Hoffnung peitschen lassen.
Warum hören einige Autoren im Alter recht plötzlich auf zu schreiben? Könnte es nicht sein, dass sie den zu genauen Blick hinter die Kulissen nicht mehr ertragen? (Weil sie durch das Aufstellen von eigenen Kulissen die Pfuscherei in den Kulissen der Welt zu deutlich erkennen?)
Was macht Bücherrücken, die auf Tablaren mir die kalte Schulter weisen, doch so viel wärmer als Menschen, die ihre Brust mir stolz entgegenrecken?
Guernica: Ein Spanienkämpfer, der sein Gewehr wegwirft, nachdem er tödlich getroffen wurde. Späte Einsicht?
I-A, I-A, I-A, schreibt der Beamte, schreibt das Beamtchen, schreibt die Beamtetheit.

Freitag, 5. November 2010

Gut Geld gefällt.
KondDomHerren.
Lebensläufe verwandeln sich in Todesfälle.
Wie realistisch ist die Wirklichkeit? Wie wirklich ist die Realität? Was bleibt von aller dicht gelebten Wirklichkeit noch übrig, wenn alles Gelebte in einer nicht mehr zu fassenden Vergangenheit rettungslos versunken ist?
Trachten und Niedertrachten.
Wider alle bösen Wieder der Geschichte …

Donnerstag, 4. November 2010

Es würde der Politik guttun, müsste jeder in ihr aktiv Tätige eine Ausbildung durchlaufen. (Wie früher der Adel, der sich wenigstens zu benehmen wusste und eine bestimmte Minimalbildung besaß. …)
Kommt alle Gewalt aus der Erfahrung einer Gefangenschaft, eines Nicht-ausbrechen-Könnens im Leben? Und wäre eine solche Gewalt berechtigt, wenn sie nichts, absolut nichts zum Ziel hätte als das Ausbrechen aus dieser Gefangenschaft? Solange es die Tat eines Einzelnen bleibt, eines Einzelnen, den das Leben am Leben hindert? (Und ist nicht der Suizid solch eine Gewalttat, eine nach innen gekehrte?)
Kamel, Löwe, Mensch: Wer ist Mensch, wer? Wer ist schon wirklich Mensch?

Mittwoch, 3. November 2010

Architektur des Verneinens und Verleugnens: Schlachthäuser haben nie Glaswände oder große Fenster.
Sollte ein Standpunkt ein Standpunkt sein? Oder darf er auch ein Wischi-Waschi-Komma sein? (Gruß an die Politik!)

Dienstag, 2. November 2010

Statement für die Aktion der Gruppe parteiloser Medien- und Kulturschaffender, die sich in der Stube entschieden haben, vom Sofa aufzustehen und etwas zu tun (für 2x Nein bei der Ausschaffungsinitiative und dem Gegenvorschlag am 28. November 2010)
Infolge Rohstoffmangels kam der Mensch vor erst 40'000 Jahren nach Europa. Heute fordern die Tiere die sofortige Ausweisung aller Menschen!
Die Vorstellung der Christen, sie werden im Tod das ewige Leben gewinnen, ist ihr (einziger) unsterblicher Witz!
Es feiern die ›evangelischen Kantone‹ der Schweiz auch heute noch den Sieg der ›Eidgenossen‹ über die ›abtrünnigen‹ Kantone im Sonderbundkrieg. Woher also nehmen sie und die Schweiz allgemein das Recht, Jugoslawien einen Vorwurf zu machen, wenn es seine ›abtrünnigen‹ Republiken nicht aus der ›Republik‹ entlassen will? Ich frage.
Und in der Politik erbricht der kakalogische Kretin CB seine monströse Sprache auf die Köpfe seiner Mitgeiler.
Gähnral: Nichts im Kopp, nur in der Koppel.
Zuvielgesellschaft.
Schrottesdienst.
Die Herren der Schröpfung.

Montag, 1. November 2010

Widerlebt die Ja-Abers(-Artigen)!
Die Zeit der kleinen Unscheinbarkeiten scheint in der Literatur einmal mehr vorbei zu sein: Die Mimosen der Gedanken, die feinen Bruchzahlen der Gefühle sind nicht mehr gefragt, wie noch vor einigen Jahren. Es beginnt (vielleicht) eine neue Periode der Literatur: Das große Erzählen steht wieder im Vordergrund – zum Glück auf einer ›höheren Stufe‹ als um 1890. (Wenigstens in der Literatur gibt es einen Lernprozess, eine Entwicklung.)
Après nous le déluge? – Hauptsache heute und jetzt: deluxe!