Freitag, 30. Dezember 2011

Ist die Religion eines Reichen, der dem Mammon huldigt, indem er im Geld schwimmt, durch das Eintreiben von Steuern verletzt?
Wenn der Staat Kirchsteuern einsammelt, muss er mich im Gegenzug nicht vor Höllenängsten schützen?
Religionsfreiheit: Darf ich Drogen rauchen, wenn sie zur Ausübung meiner Religion erforderlich wären?

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Und wieder, wie ein Mantra: »Kinder sind offen, Kinder sind offen!« – Nein, das sind sie nicht. Sie akzeptieren höchstens, was ›autorisierte‹ Personen (Eltern, Lehrer etc.) ihnen sagen oder etwas, von dem sie teilweise schon gehört haben. Nicht, was jemand vollkommen ›Fremdes‹ über etwas ihnen vollkommen ›Fremdes‹ sagt.

Mittwoch, 21. Dezember 2011

JA zum Buch - Statement für die Kampagne
Im Gesundheitswesen besteht das »Hauptprodukt« nicht aus den Medikamenten, sondern in der Leistung der Ärzte und des Gesundheitspersonals. Und damit da keine Kurpfuscher Billigdienste anbieten können, gibt es eine normierte Preisbindung auf Operationsleistungen etc. Die Gesundheit wird also nicht als »normale Handelsware« betrachtet.
Bei Büchern besteht das eigentliche Hauptprodukt auch nicht im Papier, sondern aus dem Text und der Auskunft darüber, also der Arbeit dahinter von Autor, Verlag und engagierten Verkäufern des Buchhandels. Deswegen ist beim Kulturgut Buch eine Preisbindung gegen Verkaufsbilligpfuscher angebracht, die mit der Zeit das ganze Sortiment zugunsten einiger viel verkaufter Bücher zerstören würden. Die Frage ist also nur: Was ist Ihnen Ihre geistige Gesundheit wert?

Dienstag, 20. Dezember 2011

Warum schaut ein Künstler die Welt an? Weil alles ihm Gelegenheit gibt zu zeigen, was in ihm ist. Denn was wären das für Werke, wenn sie alle die Welt nur »objektiv« beschreiben würden? Jedes Künstlerleben wäre absolut wiederholbar. Und das ist nicht lustig.
Meine Ideechen sind für sie nur Spukgestalten. Denn zu Tode unterhaltene Epochen achten nicht auf scheinbar vorgegaukelten Ernst …
Es ist ein trauriges und saures Geschäft, das Alte aus dem Superneuen herauszuklauben: Man trifft auf der Welt Spuren von Größe und von Zerstörungssucht, die beide über alle Begriffe gehen.

Montag, 19. Dezember 2011

Man sollte stolze Staatsbeamte zu Brei verarbeiten. Aus der Pulpe kann man dann billiges Papier machen. – Die ehrgeizigen Staatsbeamten wollen ja was für den Staat tun, nicht?
Wo bei den meisten Leuten die Leidenschaft saß, da habe ich gekotzt.
Öppis för Dommwelt tue … ? Ne, lieber etwas für die Umwelt.
Die Loreley lockt, um den Mann an ihren Titten zerschellen zu lassen.
Was ist die Sprache des Abendlandes? Im Morgenland gibt es eine Art Lingua franca: Arabisch. Aber bei uns? (Und es sage mir bitte niemand: Englisch! – Und Lateinisch kann ja eh fast keiner mehr …)
Wenn Hunde an Urin herumschnüffeln und im Kot, so nennen das einige Hundehalter »Zeitung lesen«. Ist doch nett: Genau das ist Zeitung lesen bei uns Menschen auch.
Übrigens: Das war nicht ich. Denn in meinem Hirn lebt der Schmerz. In meinen Texten lebt der Schmerz. In meinen Gedanken webt der Tod. Und ich verurteile die Welt dazu, in spätestens neun Teufelgotteszahlperioden endgültig tot und weg zu sein. Ende, aus.
Das einfache Schweizer Volk: Sie wollten doch nichts mehr sagen?!?
Der olle Riedo: …
Das einfache Schweizer Volk: Jetzt tun Sie mal nicht so …
Die Donners-Stimme: Apropos Flieger fürs Militär: Wie wär’s mit Engeln? Die kosten nichts, benötigen keinen Unterhalt – und ihr Samen ist absolut tödlich. Eine ganz neue Art von Brandbomben wäre so möglich.
Das einfache Schweizer Volk: Nochmals und immer wieder: Du willst wohl eins in die Fresse!?!
Die Donners-Stimme: Und apropos »Miss-Wahlen«. Die werden nie aufhören. Sind doch fast alle gewählten Politiker –
Das einfache Schweizer Volk: Und zack! Und peng!! Und dresch!!!

Sonntag, 18. Dezember 2011

...

Samstag, 17. Dezember 2011

Was soll das alles? Ich habe der Welt nichts mehr zu sagen. Und die Welt hat mir nichts zu sagen. Was soll das alles?

Freitag, 16. Dezember 2011

Ach, ethische Korrektheit: Was tut man, wenn man tatsächlich nur einen von zwei ganzen Planeten retten könnte, aus irgendeinem Grund? Jenen bewahren, der mehr Leben vorweist? Aber ist denn »das Leben« allem anderen überlegen? Und würden wir nicht sogar eher den Mond retten, weil er hier so vielen Menschen Gutes tut, als einen weit entfernten Planeten mit einigen Einzellern drauf? So schwer ist das …

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Sechs der sieben Bundesrätinnen und Bundesräte »schwören bei Gott«? – Die Schweiz hat eine Bundesrätin und sechs Debile als Exekutiv-Landesregierung.
Wie bereits angemerkt: Es könnte sein, dass DAS GANZE, alles, das Universum und alles drum herum, ein statisches Faktum ist, in dem Veränderlichkeit nicht vorgegeben ist, und wenn, dann nur, indem jede noch so denkbare Änderung mit einer unausweichlichen Rück-Wirkung anderswo antwortet. Aber eigentlich möchte ich das nicht wissen. Das würde nämlich heißen, dass jeder Einsatz für Tiere, Menschen und die Literatur nicht den Sinn macht, den ich mir bei diesem Einsatz erhoffe.
Warum arbeiten Psychoanalytiker eigentlich meist mit der Sprache? Mal-Therapien (und jetzt nicht in dem pseudo-esoterischen Sinn) gibt es noch selten. Ist die Ausdrucksweise des Unterbewussten die Sprache? Freud war eben doch Literat. So sind seine teilweise auch struben Behauptungen viel eher zu goutieren und wahr. Aber: Dann wäre Literatur ja doch wichtig?

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Goethe scheint die Welt wahrgenommen zu haben aus einer Art Go(e)t[t](h)es-Position: Menschen erscheinen bei ihm als Natur, eine Art nötiger Karneval für wen auch immer – aber nicht als geschichtliche Individuen.

Dienstag, 13. Dezember 2011

Glaube ist wie eine Tonsur: Weil einige ‘ne Glatze kriegen, zwingen sie allen anderen dasselbe auf.

Montag, 12. Dezember 2011

Oh Tee, mein Tee: Ich trinke dich – und schon lasse ich auf meinem Schreibtisch unzählige Inkarnationen meiner selbst gleichzeitig auftreten: Hah! wie da die eine den anderen übel verleumdet …

Sonntag, 11. Dezember 2011

Warum spazieren wir nicht gerne einen Weg zurück, den wir soeben neu entdeckt haben? Das Leben selbst würden wir doch auch gerne von jetzt bis früher gerne nochmals leben? Oder doch nicht: Eher von früher bis heute nochmals?

Samstag, 10. Dezember 2011

Es ist logisch, dass man in der dunkelsten Jahreszeit das »Lichterfest« feiert. Aber warum ist Luzern eine »Leuchtenstadt«? Weil sie im dunklen Herzen der Innerschweiz liegt.

Freitag, 9. Dezember 2011

Im »Jetzt« leben und die Regentropfen zählen. Aber bei Sonnenschein?

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Ich lebe nur zum Schein.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Religion schaffe Moral? Spinnt ihr? Die Moral ist zum einen Teil wohl in uns angelegt (wie auch das Gegenteil von ihr) und zu einem anderen Teil als eine Art Gesellschaftsvertrag vorgegeben. Die Kirche übernimmt diese Moral nur und pervertiert sie.

Dienstag, 6. Dezember 2011

»Hallo, hallo?« – »Ja, hier Frustronaut …« – »Ich bin so frei … im All, im Allüberall …« – Schön. Mich presst die Schwerkraft der Mutter eRDe an diesen Kothaufen …«

Montag, 5. Dezember 2011

Die Vollidioten: Herr Riedo, was bereitet Ihnen wirklich Vergnügen?
Meine Nichtigkeit: Das Aufspüren paralleler Lesarten.
Die Vollidioten: Sie reden von Büchern.
Meine Nichtigkeit: Tralalalala.
Und er steht da, der Politiker, in heroischer Senelität, après moi le déluge, und drückt auf sein Knöpfchen: Was ist schon eine Welt?
Früher hat man Manuskripte später meist abgetippt (seit es Schreibmaschinen gab). Heute schreibt man sich teilweise die geschriebenen oder erhaltenen (in doppelter Bedeutung) SMS wieder ab, weil der Speicherplatz auf dem Handy beschränkt ist.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Im blühenden Frühling lernten wir uns kennen und verzogen uns ins Gebüsch. Es brachen die jungen Zweige und es schneite ein Schneesturm von Blütenblättern. Ah, diese Welt war doch nett. Aber wer würde uns schon verstehen?
Da sitzen sie nun, in den Orchestersesseln eines wunderbaren Sonnenuntergangs, Nektar schlürfend und Ambrosia fressend: Was könnte sie davon abbringen, die Big-Brother-Show weiterhin so unbekümmert sich anzusehen?

Samstag, 3. Dezember 2011

Die Erde mag nicht mehr: Das Meer liegt in Runzeln und die Landschaften bestehen aus bergigen Falten.

Freitag, 2. Dezember 2011

Wenn ich in zehn Jahren taub bin und so scheu, dass ich mich nicht traue aufzublicken, um Lippen zu lesen: Mit wem kommuniziere ich dann noch?

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Ich sehe meine eigenen Notizen vorbeiflitzen wie die erleuchteten Fenster eines Schnellzugs in der Nacht.

Dienstag, 29. November 2011

Wer führt das reziproke Enterbungsrecht ein? – Ich möchte einige meiner Vorahnen enterben.

Dienstag, 22. November 2011

Worauf würde ein Kulturschaffender wohl eher verzichten: auf Anerkennung in allen Formen oder auf ein geschenktes Haus?

Montag, 21. November 2011

Je weniger sich ein Weiterleben begründen lässt, desto größeren Spaß macht es einigen gerade deswegen, am Leben zu bleiben. Jeder kennt seine eigene Art von Trotz.

Sonntag, 20. November 2011

Das einfache Schweizer Volk: Kennst du das Land, wo die Melonen schwellen?
Ich: Präteritum!
Das einfache Schweizer Volk: Häh?
Ich: Kannte. Ich kannte es. Oder aber: Schwellten. Ich kenne Land, wo es schwellte. Heute wachsen dort eher runzlige Zitronen …
Möchten Sie als Lehrer lieber von einem ehemaligen Lehrer, einem Lehrer oder von jemandem, der nie Lehrer war, kritisiert werden? (Beruf austauschbar)

Samstag, 19. November 2011

Circa 3 Prozent der Bevölkerung besitzt die Hälfte des weltweiten Reichtums. Aber warum klagen wir? Bei den Hirnfähigkeiten ist das alles noch krass ungleicher verteilt …

Freitag, 18. November 2011

Lange lebe der Märtyrer!

Donnerstag, 17. November 2011

Die Schauspieler schienen zur eigenen Unterhaltung zu spielen … Ist es nicht ... – : das Leben?
Die gebrochenen Blicke spiegeln das Leben.

Mittwoch, 16. November 2011

Voltaire: Man darf nicht bis ans Ende erzählen … Auch nicht bis ans Ende der Welt. Soll ich also noch schreiben? Oder anders gefragt: Wenn ich es nun dennoch angehe, das Erzählen, macht mich das zum Optimisten?
Gibt es einen Pass in die Ewigkeit?

Dienstag, 15. November 2011

Meine Autobiographie? – : Die Welt hinter dem Vorhang.
Warum verlangt man von Literaten eine politische Sprache? Von Politikern verlangt man auch keine literarische Sprache – selbst wenn sie dabei mitreden wollen und mitbestimmen.
Wie Lichtenberg: Ich verstehe mich.
(Vergleiche 14.10.2011:) Die Phantasie hilft beim Verständnis der Realität.

Montag, 14. November 2011

Versuchen Reiche, weil sie Angst haben, von den drei Geistern zu träumen, möglichst wenig zu schlafen? Versuchen Dumme, weil sie ... möglichst wenig zu ... ? Versuchen Eingebildete, weil sie ... , möglichst einen Blog zu führen?

Sonntag, 13. November 2011

Verbibäbelung.

Samstag, 12. November 2011

Meine Verteidigung sind eure Blicke, meine Rechtfertigung sind eure Taten.

Freitag, 11. November 2011

Kunst-Genießer sind Schattengenießer? – »Glaubt ihr denn, es gebe auch nur den geringsten Unterschied zwischen denen, die in der bekannten Höhle Platons bloß die Schatten und Abbilder […] sehen und bewundern – […] und dem […], der die Höhle verlässt und die wirklichen Dinge erblickt?«

Donnerstag, 10. November 2011

Wie manche Menschen ganze Partituren lesen können ohne dabei die Musik akustisch hören zu müssen, lese ich viel lieber Theaterstücke zuhause, als sie mir auf der Bühne ›in echt‹ anzusehen. – Ich lese ja auch lieber Bücher, als dass ich mir die ›reale‹ Weltbühne ansehe und anhöre.

Mittwoch, 9. November 2011

Könnte es sein, dass DAS GANZE, alles, also wirklich einfach alles, nur ein statisches Faktum ist, in dem Veränderlichkeit nicht vorgegeben ist, und wenn, dann nur, indem jeder noch so denkbare ›Ausbruch aus seiner Natur‹ mit einer unausweichlichen Rück-Wirkung antwortet? – Und wäre also ich ein Produkt … etwa von Dummheit, ein Ausgleich? – Oder schlimmer: Wirkt sich mein Dasein mal so aus, dass es einen Weltkrieg gibt, irgendwo auf einer Welt, die wir nicht einmal kennen? (Helena lässt grüßen: »Da überschätzt sich aber einer mal wieder!«)
BücherNARRator.

Samstag, 5. November 2011

[Seiten 233a & b]

Zugabe

Oft sagt ein Text mehr über den Verfasser aus als über das darin Beschriebene. Er kann aber meist noch öfter etwas aussagen über seine Leserinnen und Leser.
Ein Phänomen zum Beispiel ist es, dass nach all den euphorischen Beschreibungen von Schweiz-Reisen, nach all den schmeichelhaften Stereotypen, die auf dem Höhepunkt der Schweiz-Begeisterung (siehe oben) ihre Kulmination erreichten, viele Schweizerinnen und Schweizer im Zuge des sich herausbildenden helvetischen Nationalismus bald einmal bewusst diesen Stereotypen nachzuleben begannen: Jodeln und Alphornblasen wurden zum Sinnbild schweizerischer Musikalität und wer etwas auf sich hielt, kannte die Trachten und alle Bergspitzen seines Kantons. Wie gerne man schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts all das tatsächlich auch sein wollte, was vor allem die gutmeinenden und auf-einem-bestimmten-Auge-verblendeten Gäste in einem sahen, lässt sich anhand mancher Schullesebücher nachspüren, die etwa unter dem Titel «Unser Luzern» die kitschigen und eindeutig euphemistischen Beschreibungen in gewissen literarischen Texten ohne sie zu hinterfragen als wahrhafte Beobachtungen und tiefe Erkenntnisse über die Wesensart der Schweizer abdruckten. Schlimmer gar: Hört man sich die Neujahrsreden der heutigen Bundespräsidentinnen und Bundespräsidenten an, so muss man meinen, da spräche die sogenannt offizielle Stimme der Schweiz bis heute davon, dass «das Volk, das in diesen Bergen wohnt, vom Schöpfer ureigens für die Freiheit geschaffen worden» sei.
Doch von Carl Spitteler über Paul Nizon und Friedrich Dürrenmatt bis hin zu Charles Ferdinand Ramuz, Carl Albert Loosli, Max Frisch und Lore Berger haben sich Schweizer Autorinnen und Autoren von Rang diesem chauvinistischen Selbstverständnis widersetzt. Und wenn dieses Lesebuch im Nachwort dazu aufruft, sich anhand eines Mikrokosmos wie Luzern einmal Gedanken zu machen und Sichtweisen zu hinterfragen, so ist das gerade nicht gemeint in einer Art und Gesinnung, die ein inzwischen reichlich zubetoniertes und von Autobahnen zugestelltes, völlig zersiedeltes Land immer noch hinstellt als das Gelbe vom Bauernei, das doch längst aus einer tierquälerischen Lege-Fabrik irgendwo neben einem Atomkraftwerk stammt.
Wir schulden den aufrichtigen Blick und die Anerkennung den ungeheuchelten Meinungen jener Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die lange Zeit verpönt waren, gerade eben, weil sie «als Schweizer nicht schweizerisch» schrieben, sogenannten «Nestbeschmutzern», die viel eher, wie in den meisten Fällen überhaupt, «Nestbeschmutzte» waren und sind.
Beim Blick auf Luzern und seiner Literatur sei aufgefordert zum möglichst «unverschmierten» Blick ohne Vorurteile und getrübte Linsen!

D. R.

Freitag, 4. November 2011

Warum wollen die Menschen bei Umweltverbrechen selbst die paar Wenigen, denen man alles nachweisen könnte, nicht hart aburteilen? Ist es eine Art Eingeständnis, dass eine solche Reduktion unwahr wäre: Ist es das Gewissen der Täter selbst, was sich da sträubt?
Bei vielen Menschen ist das Gute so gut verborgen, dass man es kaum zu Gesicht bekommt.

Donnerstag, 3. November 2011

Das für die meisten Menschen wichtigste Lebensmittel wird ›gewonnen‹ durch Töten.

Mittwoch, 2. November 2011

Es ist zwar schon lange her – aber was sind schon Jahrhunderte gegen Jahrtausende? – Und also würde es sich sehr wohl lohnen, Städte, Länder und andere geographische Orte, die nach dem ewig-gleichen Christenprinzip Trinidad etc. heißen, endlich nach den wahren Kulturträgern zu benennen: Krausiana, zum Beispiel.
»Der Kopf ist ganz frei. Das erlebe ich nur auf der Jagd.« – Da gehen sie nie in die ›Natur‹ und denken dann, wenn sie jagen, wie toll das doch sei. Dabei würden sie dasselbe erfühlen können, wenn sie die Tiere schlicht beobachteten. Tatsächlich? Vielleicht wirklich nicht: Die müssen sich die Welt meist aneignen durchs Töten und Auffressen.
Unbezahlte Heimarbeiter für die Herstellung von Massenmenschen.

Samstag, 29. Oktober 2011

(Doch) Die konstitutionelle Grundveranlagung der Geschichts-Attenäter darf nicht in erster Linie als welthistorischer Kausalzusammenhang gesehen werden: Sie sind alle bloß irrsinnig (und der ›Zusammenhang‹ kommt von ganz woanders …) …
Das Tiere Morden, die Raffgier, das Welt Zerbrauchen: Bei dieser bereits Jahrtausende durchgehaltenen Tradition fragt es sich, ob nicht tatsächlich gewisse Verwerflichkeiten in die Gene eingewachsen sind: zu Normkonstanten – und die daher den Untieren so unhinterfragbar scheinen.
Sich auf die Kunst zurückziehen, wenn ringsherum die Irrsinnigen ausfahren und die Realität in die Hand nehmen.

Freitag, 28. Oktober 2011

Die Worte wachsen mir über …
Kann man ein Buch sowieso nur für einen ganz bestimmten Leser schreiben? Und wenn man mehrere erreicht, verwässerte sich nur alles, alle Ausdrücke, alles? Und wer wäre der ideale Leser meiner Texte: immer derselbe?
Wo bei den meisten Leuten die Leidenschaft sitzt, da steht bei mir ‘ne Mauer.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Merkel Dir: Wenn der Euro untergehe, sei auch die Europa-Idee insgesamt gescheitert. Ja, so sind ihre Denkmuster!
Time to konfekt the Planet.
Die Nabelungen. Der Menschen Tod und Klatsche.
Ein blumiger Name, meine Süße, der die Vorstellungskraft zu anmutigen Bildern der Langstengeligkeit und Violettgefärbtheit lenkt.
Auf keine Wunschproduktion hat sich das Gros der Menschenart so kollektiv geeinigt wie auf die Idee eines Nachlebens nach dem Tod. (Sie zeigt unter anderem ihre meist konstitutionelle Unfähigkeit zur Wahrheitssuche.)
Wird ein umfassendes Denken durch Ästhetik (der Sätze / eines Textes) nachhaltig gestört? Oder bedingt klares Denken tatsächlich ein bestimmtes Niveau des Satzbaus? Anders gefragt: Können große Gedanken sich in bedepperten Sätzen manifestieren? Die Frage geht weiter, als man weit.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Selbst wenn die Worte leer geworden sind: Sie reden immer ein auf ein Sensorium, das irgendwie registrieren kann.
Ich vertrage meine Phantasien nicht mehr gut, sobald sie einer möglichen Wahrheitsfindung zu nahe kommen.
Ach, diese Beamten: Nicht, dass sie an unserem Leben teilnehmen, ist so scheußlich – sondern dass sie uns zwingen, an dem teilzunehmen, was sie aus ihrem Leben gemacht haben.
Diese Wut, diese immense Wut: Es ist eine gewaltsam sich Raum schaffende Empörung in mir, die sich nicht mehr voll begründen lässt mit rationalen Argumenten – weil deren fragloses Begründetsein auf einer anderen Präsenzstufe liegt, die vielleicht das Leben selbst ist.

Dienstag, 25. Oktober 2011

Beklagen den Finanzen-Zustand der Invalidenversicherung – wollen aber die Selbsttötung christlich-verbrämt verbieten. Denken die eigentlich auch mal?
Das Abendland – hin auf die Nacht …
Ich hab auch schon mal ein Buch veröffentlicht, nur damit es den TITEL gibt. Hab ich?
Lieber Fell-Leistungen an meinen Katzen denn Fehlleistungen …

Montag, 24. Oktober 2011

Ich bin ver-rückt: Ich laufe in einer Realität herum und warte, dass sie Erinnerung wird.
Das Leben: wildes Gestikulieren, ein wenig Rede: wenn man Glück hat, sind’s nicht immer nur Monologe …
Wieso dieser scheinbar unbeirrbare Glaube an die Beweglichkeit der Welt, dem sogar Greise noch anhängen?
Diese Visagen: Seit dem Rütli-Schwi-Schwa-Schwur unablässig besoffen von irgendwas – und man darf froh sein, wenn’s zeitweilig bloß vom Bier ist ...

Sonntag, 23. Oktober 2011

Komm in mein Schad/ttenreich, liebe Narzistin …
Das einfache Schweizer Volk: Herr Riedo, Sie sagen, in der Realwirtschaft werde wenigstens etwas geschaffen – im Unterschied zu einer ›falschen‹ Wirtschaft, wo aus Geld Geld geschaffen werde. Was aber sagen Sie dazu, dass alle Schriftsteller aus den immergleichen Buchstaben unendlich viele Texte zusammenstellen?
Riedo: Ääähhh …
Die Stimme der ganzen Welt, die mich umwahnt… Und ich suche darin nach Spuren einer Humanität, der ich mich wenigstens entfernt verwandt fühlen könnte. Ich darf diese Suche nicht aufgeben – sonst gebe ich die ganze Welt auf.
Das riesige Zwergengeräusch der Gesellschaftlichen Rede – der konzentrierten All-Gemeinheit des Allgemeinen.
Lieber individuell als Nicht-Ich.

Samstag, 22. Oktober 2011

Sie wissen nicht einmal mehr etwas von dem, was ich nicht mehr weiß.
Die Zukunft dieses Landes – vor den Wahlen wie immer – ist die nicht-einmal ewige Wiederkunft des Immergleichen.
Man müsste ein Licht leuchten lassen können, das diese Dächer, die jene Geschichten decken, die fast alle annulliert haben möchten, durchdringt.
Banker und Rhein-Pfuscher.

Freitag, 21. Oktober 2011

»… steht für klare Standpunkte …«. Die aufgeblasene Leere dieser Politiker manifestiert sich direkt in der Sprache. Richtiger wäre: Man müsste sie vor ein Standgericht stellen: – – – ihrer eigenen Gewissenbisse. Aber am Ende, noch ganz zuletzt, lügen sie ja selbst sich selber an (an der Sprache …), belügen und betrügen gar sich selber … Ach, weg!
Warum kann ich mir nicht ein neues Wort schaffen, das es schon gibt?
Im letzten Stadium der uniformen Sozietät der so genannten ›Individualisten‹ wird schließlich alles verschwunden sein, was einzig Gemeinschaft sinnvoll macht: ihre verschiedensten Auffassungsarten von ›Welt‹ und des ›Lebens‹.
Nicht dass der Staat – egal welcher – die Massen zur frenetischen Begeisterung treibt, ist das Übel und Grauen; nein, dass er sie nie für etwas anderes zu begeistern sucht und vermag als für sich selbst.
Was beim Älterwerden am tiefsten drückt, ja: bedrückt, ist nicht das Vergehen des eigenen Ich, sondern die wachsende Erkenntnis vom Vergehen des Ganzen.
Nur knapp hundert Jahre – und alle Spuren von dem, was Leben war, findet man höchstens noch in Büchern. Das Leben selbst grünt drüber hinweg.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Am Ende wäre all das sinnlose Geblabber der Politiker und Geldverwalter eine von den Massen flehentlich ersehnte Beruhigung, in der das Bedürfnis steckt, die Vaterstimme zu hören, wie damals, ganz am Anfang, als man auf den Armen herumgetragen wurde, und die einfach etwas erzählte, egal was. – Sie würden sich besser an eine Mutterstimme halten.
Sieht man die ersten Bilder vom toten Gaddafi (›stimmen‹ sie?), wie er von der haltlos aufgebrachten Menge herumgeschleift wird, so könnte er einem schon fast wieder leidtun. Natürlich nicht ernstlich, aber eben doch ›fast‹. So etwas ›gehört‹ sich einfach nicht und spricht eine deutliche Sprache hinsichtlich dessen, was von den wiederum neuen Machthabern zu erwarten ist, die wiederum bald von den alten Massen neu bejubelt werden mögen. Ach ja.
Das könnte diesem kulturbetriebsamen Pack so passen: Dass man aus lauter Freude darüber, dass es sich hin und wieder noch Kunst zu Gemüte zu führen geruht (oft in ebensolcher Syntax wie gerade hier), auf alles Übrige verzichtet, was ihm selber viel mehr bedeutet.
Wer würde nicht gerne in der Brusttasche einer Amme wie Gullivers auf Brobdingnag sitzen?
Wäre ich Maler – allerdings ein richtig guter, nicht so einer, wie die meisten Pfuscher heute –, das weibliche Geschlecht wäre der Lieblingsgegenstand meines Pinsels. Aber auch so kreiere ich ja immer wieder ausgesprochene Brustbilder, deren gespiegelte Betrachtung mir schon in vielen schlaffen Lebenslagen beträchtlichen Auftrieb gegeben hat.
Ich bin ein Liebhaber der Tonkunst: Viele tanzen nach meiner Pfeife.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Gebet einer Bergfrau, wenn ihr ihr Ehemann in den Schacht gefahren. Gestatten Sie, dass ich lache, wenn die Kirche solche Gebete mit ebensolchen Titeln echt ›produziert‹ hat.
Zuletzt braucht alles Erzählen ein Vorwissen des Lesers – und bleibt in seinem Gelingen von dessen Fülle abhängig.
Ja, man muss sogar sehen, dass man sich selbst nicht mehr alles sagt: Selbstschutz vor dem Irrsinn der Welt. (man = Zumindest die, die vorher genau hinzusehen gelernt haben. Die anderen haben sich noch nie und nirgends überfordert)
Dass einem nach einigem Altern die Sprache schrumpft: Wie soll man es verhindern? Sonst ist man ja nur einer der dummschwätzigen Politiker, Kleriker, Militärs. Wer als Greis noch munter reden kann, hat sein Leben bloß verschwatzt.

Dienstag, 18. Oktober 2011

Man sollte es vielleicht noch einmal versuchen. Man sollte sich so ein junges Weinen ins Bett holen und es mit Vorsicht und Zartheit umgeben. Man könnte vielleicht helfen, dass ein schönes Schluchzen daraus würde.
Und man sollte mit Literatur etwas ausrichten gegen diese archaisch gefangenen Konstitutionen, die in jedem infantilen Chaos ihr Ur-Milieu wiedererkennen und süchtig sich einsaugen lassen von jeder Gelegenheit, in die wohlige Schwäche der Unterlegenheit zurückzukehren (zurückzukarren) und auch in deren phantasiertes Widerbild: in die Sucht nach Omnipotenz – zumindest der Massen?
Schriftstellern: Handübungen für die Unfreiheit der Wahlverwandtschaften.
Ohne Gedächtnis an Gegenwart.

Montag, 17. Oktober 2011

Was hat es für einen Sinn, auf jene einzureden, die mit dem Finger auf der Zeile (bestenfalls die Zeitung) lesen und bei denen über dem Stammhirn außer dem Hut nur noch die Schädeldecke sitzt?
Und belegen ihr Recht, mitreden zu dürfen – auch wenn sie zigmal leicht verführbar waren –, ganz einfach mit dem Atem, der ihnen nicht ausgegangen ist; abgestellt hat man den nur jenen, die nicht verführbar waren.
Das Schluchzen der Narren nach dem Scherz.
Der Vulkan, auf dem wir leben, der wärmt nicht.

Samstag, 15. Oktober 2011

Die Mehrheit ist immer in der Überzahl. … Leider …
Es ist vermutlich eine Ordnung hinter all den Dingen – aber kein Sinn.
Vorsicht: Leben gefährdet Ihre Gesundheit!
Die meisten Menschen machen immer, was sie wollen, aber nie, was sie gewollt haben.

Freitag, 14. Oktober 2011

Ich bin Schweizer und wähle dieses Jahr die JUSO.
Wir alle sehen die Welt verschieden. Wenn ich nun – am besten durch ein Buch – andere Weltsichten kennenlerne, kann ich all die neuen Sichtweisen plus meine eigene zusammenfügen, um möglichst nahe an eine mögliche Realität zu kommen. Ich komme als mit einer Vielzahl von fiktiven Werken näher an eine mögliche Wirklichkeit, als wer bloß sein bisschen Sichtweise als ›real‹ betrachtet im Gegensatz zu all der von ihm so genannten ›Fiktion‹.
Da werfen sie den meisten Ländern immer vor, die braven Demokraten, es gäbe dort keine richtige Demokratie. Wenn die Bevölkerung jener Länder aber, zum Beispiel im ›Arabischen Frühling‹, endlich gegen ihre Regierungen aufsteht, um mehr Demokratie durchzusetzen, welche Ebene ist es, auf der eine Diskussion in der Schweiz geführt wird? – : »Uh, schlimm, schlimm, eine Flüchtlingswelle, eine Flüüüüchtlingweeeelle!« Oh, wahrlich: Ihr braven Demokraten!
Die Emanze bricht eine Lanze für die Erotik.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Liebe Verschwörungsfanatiker / Die Internetadressen werden so angegeben mit »dot-com«, weil es noch eine Geheimwaffe von Hitler ist: Rückwärts gelesen steht »dot« für den Tod, den das Internet bringen soll. Langsam und qualvoll. Uiuiuiuiuiuiuiuiuiuiuiuiui …
Popolitiker: immer ein Arsch (oder: am Arsch).
Kainsamkeit.
Irr reale Welt. Ja, irreale Welt.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Die Menschen können kaum so tief sinken, wie ich einst dachte; denn sie waren nie so hoch gestiegen, wie ich einst dachte.
In Romoos scherzten die Jungen alle, sie möchten ruhig jung sterben, das gäbe ein schönes »Helgeli«. Einen hat es dann tatsächlich jung erwischt. »Der hat das immer gewusst«, sagen sie heute. – So wählt sich das Volk seine Helden.
Ich bin der Zug, du bist der Tunnel, ich bin der Zug, du bist der Bahnhof, ich bin die Hand, du bist der Handschuh, ich bin die Kacke, du bist die Schüssel, ich bin der Schlüssel, du das Loch, ich bin das Fressen, du der Mund, ich bin das Wattestäbchen, du das Ohr, ich bin die Kanüle, du … etc. …
Die Hallgegenwart des Schallfalls.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Auch (m)eine Idee: Die drei Pen-Zentren der Schweiz fusionieren. Sinnvoll?
Ich erschlug gestern eine Fliege, als ich das Buch zu schnell zuklappte. Da legte ich auch meine Arbeit nieder. Was nützt die bestgemeinte Zeile gegen diesen Totschlag? Was nützt
Es gibt keinen Grund, für jene zu schreiben, die von sich behaupten, sie könnten lesen.
Indianer Lachendes Wasser gebietet den Buchstaben: Buchstaben, tötet alle Zeit-Ekel. Zeit-Ekel: Uhr-iiiiii …
Man ist – welthistorisch betrachtet – fast bedeutungslos. So macht man sich einfach zum »Sonderfall« und gibt sich das Gefühl, dadurch etwas Spezielles zu sein.

Montag, 10. Oktober 2011

Once upon a time, Schiller and Johnny G. wollten im Weinland den alten Wieland besuchen. Da fanden sie ihn aber nicht. Ojeh.
Und die Katzen schreiben mit ihren Schwänzen Ungewisses in die Luft:
Bei uns fällt im Winter Schnee, sagt der Schweizer Weihnachtsmann – und vergisst den goldenen Regen, den er über seine Rentiere schüttet.
Das Grab als eine Gebärmutter. Beerdigt in Embryonalstellung: Die Grablegung eine Kopulation mit der Erde. Die Hochzeit ist vollzogen.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Gleichberechtigung für Männer: Wir wollen auch demenstrieren! (sic!)
Da machten sie eine Umfrage per Telefon, ob es Haushalte gäbe, die kein Telefon haben. Überraschenderweise: nein!
Leben wir in einer Meritokratie? – Eigentlich: nein.
Warum sollten Menschen verstehen, wenn sie mehr verdienen, indem sie nicht verstehen?

Montag, 26. September 2011

Diese gerade noch die schwebende Balance haltende Gratwanderung zwischen einigermaßen befriedigtem Leben (Popper) und Entlarvung der Lebenslüge im Sinne Nietzsches und Ibsens …
Die wahre Tragödie des Universums: das Scheitern allen Lebens an sich selber ab ovo – äh: ad Orno
Da arbeitet sich also der arme Schrifti völlig kaputt – und muss halt hin und wieder Textelemente oder Textpassagen klauen … wie sonst soll man zu seinem Geld kommen, das nicht reichen und nicht reichen will?! Man nennt es übrigens vornehm: Kultur-Zitation.

Sonntag, 25. September 2011

Bereits wenn wir in die Welt gepresst werden, scheißt uns der Mutter-Darm voll, kaum haben wir den Kopf draußen: Scheiß-Welt! (Aber zum Glück kam ich per Kaiser-Schnitt zur Welt: saubere Hände, muss waschen, waschen, bis alles Blut weg ist, Hände waschen, waschen, waschen …)
Da steht der Gli-gla-glubsch-Gläubige und hi-ha-hält das Pfötchen hin, um die Hi-ha-ha-Hostie zu empfui-empfangen, worauf er zum Schli-Schla-Schluck, zum Spi-Spa-Specht wird: Man nennt es Transsubstantiation.
Anti-Faust: Der Augenblick ist Ewigkeit!
Minervas Uhu flattert in der Dämmerung des Abendlandes nach … (Vorschläge sind einzureichen an: zeus@goldenerregen.ch – nebenbei: so ein Schwein, nicht? Natursekt ist doch nicht jederfraus Sache …)
»Denn ess iss kein Platz nich in Himmel for jedenn!« – Und das von einem schwarzen Pfarrer! Wie dumm muss man sein!! Kein Platz nicht im Himmel für jeden, so wie früher kein Platz nicht im Bus war für Nigger!!!
Wenn es denn wirklich sein muss … – und man es wirklich wollte, so könnte man bereits heute Fleisch im Labor herstellen und hochzüchten. Aber da wird die Bauern-Lobby wieder voll dagegen sein. »Wir brauchen den Dünger …« oder so etwas ähnlich Dummes wird man vernehmen müssen …
Sehen Sie, ich habe diese Leute, die an der Wilhelm-Tell-Strasse herumschreien, nie gebeten, mich als Schweizer zu betrachten. Solch unverlangte ›Ehre‹ von sprachsumpfartigen Geschöpfen anzunehmen, die ihren Lebtag nichts für ihre Bildung (differenziert denken!) getan haben, das würde unweigerlich auf mich zurückfallen.
Kirche und Naturwissenschaftler machen sich große Sorgen wegen der Möglichkeit, dass jenes dem Menschen gegebene Versprechen auf den Tod nicht gehalten werden könnte: So entwickeln sie dankenswerterweise mit viel Hirn und Habe wirkungsvolle Geräte, die Menschen in diesem Fall selbst dazu bringen zu können, den Geist in genügender Zahl aufzugeben.
Werter Herr Riedo, Sie und der Schimpfstellerverband sollten diesen Vorschlag gründlich bedenken.
Besonnenheit in Gefahr, wenn Sprache menscht!

Samstag, 24. September 2011

Der Neger als ewiges (Un-)Sinnbild der Erbsünde.
Das Schweizer Volk: Was machsch emmer of Anti-Chelä, häh?!

Freitag, 23. September 2011

»Ah, Du willst knutschen.« Sie zieht ein Textilzettelchen aus der Turnhose. »Meine Adresse. Immer nur leicht angenäht … :-) «
Ich: »Praktisch …«
Aber überhaupt: Als ich den Typen angesehen habe, der da wieder, als Menschenteilchen pars pro toto für den ganzen Typus, der fast 100% der Menschen ausmacht, diese Wurst in sich hineingeschlungen hat, nur um sich zu erhalten, seine blöde Art zu erhalten, indem er Tiere umbringt und frisst – sollten wir nicht schon längst weiter sein? … ich hätte ihm die Fresse einschlagen wollen.
Menschenfleisch schmecke süßlich, sagt man. Nun ist es mir aber letzthin so gegangen, nach zwei Jahren, dass auch Schweinefleisch extrem süßlich gerochen hat. Ob man sich einfach nur dran gewöhnt, als Kind schon? Und es wäre der Grund, warum es meist so stark gewürzt wird.
Wenn man einen Chemie-Fabrikanten umbringt, was ist das? – Notwehr. Sagt wer? Und würde das auf einen Banker nicht auch zutreffen? Nein! Da machen wir ja selbst mit. Wollen alle im System drin mehr Geld und mehr Geld und mehr Geld haben. Und der Banker zerstört nicht zwangsläufig meine Umwelt.

Donnerstag, 22. September 2011

Er schreibt, wie seinem Vater die Sinnlosigkeit der Politik erst aufgegangen sei, als sein Sohn an Krebs erkrankte. Geht ihm nicht auch auf, dass selbst das Schreiben darüber sinnlos sein könnte?
Reden ist Silber. Bei den meisten allerdings bloß Blech.

Mittwoch, 21. September 2011

Schoßhündchen beim Spazieren: Die Liebe an der Leine.
Was soll ich auf einer Welt heimisch werden, in die ich ungefragt gekommen bin? Gebt mir andere Welten!
Sparen Sie beim Rauchen: Atmen Sie den Tabakrauch in eine Plastiktüte aus; nach einer Zigarette atmen sie einfach den darin angesammelten Rauch noch ein – und schon hat man quasi zwei Zigaretten zum Preis von einer.
Stifters Landschaft (Skizze Arno Schmidts) und Kubins Todessprung: Was schwingt bei wem mit?

Dienstag, 20. September 2011

Unsterblicher liebt Sterbliche. Er wendet sich kurz ab – sie ist alt und stirbt. … Sein ganzes Dasein ist danach Gesang nach ihr.
Ein Nichts. Ein Nichts? Ja, aber leider ein selbstbewusstes Nichts: der Mensch.
Wäre ich Mahler, ich würde versuchen das Gefühl zu vertonen, wie sehr ich mich für die ganze Menschheit schäme.
Er: Manch einer, der sich beim anderen über einen Fliegenschiss auf der Kleidung mokiert, bemerkt den Kuhfladen auf dem eigenen Kopf nicht.
Das Schweizer Volk (tobt Beifall)
Ich lieb‘ das Klecksogravieh.

Montag, 19. September 2011

Die Künstler bauen Paradiese aus Erinnrung, vielleicht als klitzeklein‘ Tabu dagegen, dass man den Kain mit Erbverdammnis austrieb: Unstet und flüchtig sollst Du sein – sie sind es, im Werk, nicht.
Dunkel ist die Arbeit des Geistes. Träumen seine Ruh‘.
DieChiracDie&Konsorten: Jeder will wenigstens die LETZTE Atombombe werfen. Einer gewinnt. Wer? – Niemand kann es mehr sagen.
Statt vor dem bissigen Hund sollte man oft eher vor dem Besitzer dieses Hundes warnen.
Die Phantasie ist die Krone auf meinem Haupt. … Dornen, ach, die Dornen!

Sonntag, 18. September 2011

D’Yvonne [Die Wonne?] der Sprache …

Samstag, 17. September 2011

Ein einzelner Mensch kann seiner Zeit nicht helfen, er kann nur ausdrücken, dass sie untergeht. Er wählt die Aufgabe, zu beschreiben, dass sie untergeht – während sie untergeht. Es bleibt ihm also, das Ende zu beschreiben, fallend, im Höllenstrudel: meine Zeit, Eure Zeit, ist die Zeit, keine Zeit, alle Zeit …
Denn die Tumben sind seine Schäfchen, die das Sterben nicht erleben, weil sie in ihrem Denk- und Empfindungskreis eingeschlossen bleiben. »Ihr werdet den Tod nicht schauen.« – Es erfüllt sich in grotesker Weise.
Henkersmahlzeit. Jeden Tag. Jeden Tag neu. Der Gerichtscharakter des Übergangs vom Leben zum Tod: Ein Prozess liegt vor dem Sterbenden. Sein Letzter Wille lässt ihn jeden Tag tun, was er tun will: gaga. Und der Angeklagte erhält das letzte Wort: gaga.
Warum entdecke ich bei Priestern immer dann einen schwulen Ausdruck, wenn sie gerade von Gott sprechen?
Mutig sein heißt, einem Schneemann einen Schnauz zu machen.

Freitag, 16. September 2011

Vater Erde und Großvater Kosmos.
Apfel und Schlange – eine pomologische Studie.
Den Nachbarn zur Linken gibt es nicht.
Krieg der Augen.
Die neunschwänzige Muschi. Ein Folterinstrument, Du Hirnwindungsnebengassenpenner.
Ein Altersheim für Kulturschaffende!

Sonntag, 28. August 2011

Wir sollten unsere Existenz mehr hamletisieren.
Die Erfahrung von Ohnmacht (gegenüber all den Idiotien der Welt) führt zu Weltschmerz und Melancholie.
Cheschtetum.
Anärrica.
Der Geist ist ein Wühler: Er untergräbt auch das, was er selbst mühsam aufrichtete.

Samstag, 27. August 2011

Eskapismus als Widerstand. Mehr und mehr.

Freitag, 26. August 2011

Es ist doch alles zum Katzen.

Mittwoch, 17. August 2011

Der auferstandene N–Ni–Nietzsche dichtet:
Ich steh‘ und horch‘: Was konnt‘ mich irren?
Was hör‘ ich in den Ohren sirren?
Wie jeder, den noch Ketten kirren
Hör überall ich – Kettenklirren

Samstag, 13. August 2011

Subversivität, wie sie in der Kunst so oft gefordert wird, wäre unter anderem dadurch zu definieren, dass sich etwas möglichst deutlich von zumindest seiner Zeit abhebt – und möglichst vielen anderen; was am längsten überlebt, ist am deutlichsten nonkonform: die tatsächlich beste Literatur, die elitärste Literatur als subversivste Form des Gegenlebens.
Man kann nicht sämtliche Literatur lesen in einem Menschenleben. Darum ist es vor allem wichtig, von elementaren Werken zumindest den Nukleus – also das, was ein bestimmtes Werk im Innersten zusammenhält, was es ausmacht und determiniert – zu verstehen; man sollte (selbst als unkreatives Wesen) zumindest begreifen, warum ein Autor ein solches Buch überhaupt schreiben wollte und konnte.
Die interessantesten Figuren der Weltliteratur sind negative Charaktere. Die Deutschen haben das insofern auf die Spitze getrieben, als sie den leibhaftigen Satan zum Protagonisten gemacht haben: Mephistopheles.

Freitag, 12. August 2011

Angst vor dem Schicksal: Er will nicht, dass etwas passiert …
Im Reich des Geistes gibt es selten Platteres als eine Autographensammlung: in Zellophan gehortete Hoffnung auf Kommerzialisierbarkeit fremden Ruhms.

Donnerstag, 11. August 2011

So wie mich die Welt täglich in den Arsch fickt – müsste ich ein noch viel größeres Arschloch sein.
Hören wir im Innern des Mutterleibs so was wie ›Sphärenklänge‹ (von den Blutbahnen)? Und sofort nach der Geburt – nicht mehr geschützt vom Uterus, aber auch nicht mehr umgeben von Blutbahnen – hören wir sie nicht mehr? Weshalb die Kindchen nach der Geburt sofort schreien: sie meinen, ertaubt zu sein und müssen es sich beweisen, dass sie noch hören …
Es soll ja Leute geben, die halten eine Händel-Gesellschaft für eine Vereinigung von Menschen, die den Streit lieben.

Mittwoch, 10. August 2011

Es kann keine Wiedergeburt geben. Wenn Jean Paul leben würde, müssten wir in unseren Tagen wenigstens einen guten Schriftsteller haben.
Es gibt ja so Seminare: »Millionär in kürzester Zeit!« – Sie zeigen in aller Knappheit, wie dämlich gewisse Menschen sind. Würden die Seminarleiter wirklich eine Methode kennen, in kürzester Zeit Millionär zu werden, wären sie es schon – und müssten keine Seminare halten. Und wenn eben die Kurse selbst die Methode wären, würden sie dies in den Kursen nicht zeigen.

Dienstag, 9. August 2011

Was ist Sentimentalität? Die emotionale Promiskuität jener, die keine echten Gefühle haben.
Die Frucht meines Aufruhrs lässt viele nur im Trüben fischen …
Charles Fourier ist das gute Beispiel eines zum Glück weit verbreiteten Phänomens: Seine Hauptideen sind offensichtlich falsch, die praktischen Konsequenzen, die er daraus zieht, jedoch äußerst lebenstauglich.

Montag, 8. August 2011

Gott lässt mehr Menschen sterben, als er vom Tod errettet. Warum betet man ihn an?
Wenn alles verloren ist – werde ich Schriftsteller sein.

Sonntag, 7. August 2011

Ein Film aus den 1920er-Jahren fanden in den 1940ern wenige peinlich; einer aus den 1970er-Jahren jedoch in den 90ern die meisten. Warum?
Klimaverwandlung.
Jet-settera.

Samstag, 6. August 2011

Jaja, recyceln alles brav, fahren aber für ein Täschchen voll Fläschchen jedes Mal mit dem Auto hin.
Tami, Tami, Tami, Tami, Dammi il paradiso!

Freitag, 5. August 2011

Es ist hart, seine Träume zu leben. Man ist so alleine in Träumen.
Wirklichkeit lässt sich abbilden, aber nicht fassen.
Mein eigenes Leben betreffend kann ich ein Reaktionär geheißen werden: Ich versuche ständig die Restitution eines vergangenen Zustandes oder Lebensmodells in der Gegenwart.

Donnerstag, 4. August 2011

Großes Unglück lässt selbst leere Menschenleben vorübergehend als wichtig erscheinen.
«Es ist sehr wichtig, was einer zum Schluss noch vorhat. Es gibt das Maß des Unrechts seines Todes.» – So gesehen sterben viele Menschen viel zu spät.

Mittwoch, 3. August 2011

Hervorragende Literatur sollte mehr Evolution ihrer traditionellen Elemente als Revolution derselben sein: Die Quasi-Gesetze der Kunst wollen als Rahmen akzeptiert und von innen her reformiert werden.
Mit zunehmender Lebenslänge gibt der Körper mehr und mehr an Leistung ab, verfällt langsam aber stetig, so fest, dass die meisten Menschen sich kontinuierlich enger durch ihren Beruf definieren, durch ihr Erreichtes in der Arbeitswelt, denn dort ist der Output trotz eines Wrackdaseins noch vorhanden. Wenn dann die Pension kommt, hört dies alles auf, ja, man hört recht eigentlich selbst auf zu sein, was man war: Der Pensionsschock ist da.

Dienstag, 2. August 2011

Armer Rebell, wo die auf Selbstverwirklichung hindrängenden Aktivitäten mit den normativen Erwartungen der Gesellschaft übereinstimmen.
Wie die Babylonier errichte ich mir einen Elfenbeinturm – ich baue ihn allmählich auf, indem ich täglich einen neuen Stock hinzufüge.
Schmerzen sind die Wehen des Denkes.
Nicht heute sind die Menschen ein wahrscheinlich hoffnungslos entartetes Geschlecht – sondern immer schon. Künstler trösten sich damit, dass es nicht immer so gewesen sein soll, darüber hinweg, dass es wohl nie anders sein wird.
Wenn man es mehr und mehr in Ordnung findet, dass eine Eisenbahnlinie direkt neben Naturschönheiten gebaut wurde, weil man denkt: «Sonst würde ich es ja gar nicht mehr sehen können!» – dann ist man alt.
Ich trage die Einsamkeit in mir – egal, wohin ich gehe.

Sonntag, 31. Juli 2011

Ist ein literarischer Text, was die Partitur in der Musik? Was bringt ihn dann zum Tönen? Oder ist er bereits, was die Aufführung bei der Musik? Was wäre dann bei einem Text die Partitur?
Die Liebe kann auf allen Instrumenten spielen – auch auf dem Horn des Hasses.

Freitag, 29. Juli 2011

Was für ein tiefsinniges Kunstferkelchen der tleine Tnabe (Danke, Joyce!) da wieder ausstellt.
I made love to your eyes.
Ein ›Volk‹, das im Kriegsfall ›untertaucht‹, kann viel mehr Widerstand leisten als jede Armee – gerade weil die Armeen einen ideologischen Apparat und ein ideologisches Denken schaffen, die ein Land meist zu dem werden lassen, wovor man sich eigentlich fürchtet.
Ich will alle Schriftsteller sein, die vor mir auf/an der Welt gelitten haben …
Meine Vergangenheit hemmt die Gegenwart. Bei vielen anderen ist es so, dass die Zukunft die Gegenwart voranpeitscht.
Mancher, der ›das Beste‹ gibt, stellt sich damit gleich ein Armutszeugnis aus.
Das Industriegebiet verbannt man gerne an den Stadtrand. Warum dann nehmen so viele den Beruf im Leben für so wichtig?
Der Lebensentwurf der meisten ist bloß ein Gekritzel.
Gedanken, die nötig sind, brauchen selten Begründungen. Warum eigentlich nicht?
Der Traum als Schatzkammer: Wir zaubern Scheiße zu Gold.
Immer wieder diese Wünsche: »Werdet glücklich!« – Es sind verdammte Befehle.
Der kurze Blick erkennt bisweilen mehr als die eingehende Betrachtung.
Anti-Hiob: Man kann das Leben auch verachten, wenn es ›alles‹ gewährt.
Schnapsschüsse.
Im Himmel wäre es wohl langweilig. Aber wäre es nicht auch hier auf Erden langweilig, wenn alles ›vernünftig‹ eingerichtet wäre? – Und hat man also Unrecht, die Welt als ›schlecht‹ zu bezeichnen?
Eigentlich hat Hume ja schon lange den Beweis erbracht, dass Aufklärung nur über die Schiene ›Verstand‹ nicht funktionieren wird. Der Verstand allein ist nicht handlungsmotivierend. Und was heißt das jetzt?
Wie nennt man den männlichen Gegenpart der Matrone: Patrone?

Mittwoch, 27. Juli 2011

Model: Traum auf dünnen Beinen.

Dienstag, 26. Juli 2011

Oh Du Buch der Bücher, tausend WC-Rollen lang.
Utopia: Der in die Literatur verpflanzte Wunsch nach Totalplanung und einem Höchstmaß an Ordnung erwächst aus der widerborstigen Erfahrung an der Realität – entwirft aber oft genug in seinen Gegenbildern eine Gegenwirklichkeit, die der Realität verdammt nahekommt.
Ich habe Durst. Und Hunger. Ich muss auf die Toilette. Und habe Zahnweh. Rasieren muss ich mich auch. Und waschen. Und anziehen. Und Medikamente nehmen. Und …
Bühne frei: Keiner verlässt das Buch!

Freitag, 22. Juli 2011

Man sollte ein Buch gestalten, das mit vielen Bild-Dokumenten arbeitet, etwa zur Biodiversität: Magerwiese 2001 und 2011: den Schock in der Bildlegende noch präzisiert; dasselbe mit Photos von vorher (Natur) und nachher (Autobahnen) bei den Gletschern, den verschwundenen Auen … – Aber dazu ist in meinem Leben nun keine Zeit mehr. (Zu alt längst, längst zu alt.)
Meerfährig.
Die Neoliberalen machen immer wieder den Fehler, den Staat als eine Firma zu betrachten. Dabei muss er seit Jahrhunderten dort einspringen – und sei’s nur schon bei der Bildung – wo es sich nicht innnert kurzer Zeit bereits ›lohnt‹. Was aber wiederum kein Freipass ist, sich beim Staat zu bedienen, wenn es einem schlecht geht – und wenn es einem gut geht tiefe Steuern zu verlangen etc.
Schriftsteller – das meine ich ›eigentlich‹ auch – sollten ausschließlich schreiben. Aber was will man, wenn diese Welt, macht die Mehrheit so weiter wie bisher, nicht mal mehr 500 Jahre besteht? Wie sollen meine denkenden Nachkommen dann leben?
Literatur ist meine Neurose. Ich mag so private sowieso lieber als Massenneurosen.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Der kastrierte Kater wartet auf Streicheleinheiten von seiner Kätzin wie der Mönch auf eine Berührung Gottes. Beide lassen sich von einer gewöhnlichen Hand täuschen.
Ob ich schon länger etwas ahne – das ich nicht einmal mitzuteilen wage? Ja, würde man mich denn verstehen?

Mittwoch, 20. Juli 2011

Bei fast jedem neuen Geschöpf derselbe dämliche Versuch, im Leben etwas zu erreichen, als gäbe es keine Erbschaft. Der depperte Wahnsinn des Menschen.
Mit Recht vermeint jeder Mensch, er erlebe gerade noch das Verschwinden der letzten Spuren des Paradieses.
Kunst ist der Brennpunkt einer Bewegung, die als Gegenbewegung zum ganzen Rest die Welt erhellt und überhaupt erhält.
Eltern wollen für ihre Kinder stets das Beste – unter der Bedingung, dass sie damit nicht in Konflikt geraten mit der Meinung der Nachbarn, Verwandten, Freunde und Bekannten.

Dienstag, 19. Juli 2011

Der von Abscheu getriebene Schriftsteller: Die Kernphantasie vom Einschlag eines Meteors in eine geordnete Welt.
Alles Gehen geht dem Nichts entgegen: entgegen und ent-gegen!
Die tiefste Provinz findet man erstaunlicherweise noch immer im flachsten Kopf.
Wer – was so oft gefordert wird – als Schriftsteller die heutige Epoche »repräsentieren« wollte, müsste, um dies Ziel zu erreichen, derart schlecht schreiben, dass man dabei ob des eigenen Berufswunsches wohl schier verzweifeln würde. Die Forderung kann nur falsch sein.
Unsere Regierungen: alles zukünftige Ex-Diktatoren.
Der Schweizer redet mit gespaltener Zunge: Die Diglossie presst ihn dazu.
Schreiben ist oft nur die Bilanz verlorener Illusionen.

Montag, 18. Juli 2011

Was machen all die armen Seelen, die als Dodos vorgesehen gewesen wären? Die haben ja keine Chance, je in den Himmel zu kommen …
Die Schweiz schützt gewisse Wildtiere. Gut, gut. Wenn die aber den armen Jägern und Fischern ›die Beute wegfressen‹, dürfen sie abgeknallt werden. So einfach ist das.

Sonntag, 17. Juli 2011

Ich möchte alles zurücknehmen – bis auf das, was ich zwischen den Zeilen geschrieben habe. (Als angeklagter Literat vor Gericht.)
Das Leben ist bitter. Und so nimmt man es auch ein: Tropfen um Tropfen, bis wir vor Bitterkeit überquellen.
Leider dient die Welt vielen als Mittel zum so erlebten höheren Zweck: dem Geld.

Samstag, 16. Juli 2011

Das schwer Auszuführende, das Überwindung Erfordernde als eigenständige ästhetische Kategorie? – Elitär!? – Und was ist mit Klaviersonaten: umso schwieriger umso bestaunter?!
Das Schreien des Kleinkindes: Es ist der Urklang all dessen, was sich in uns gegen die Welt sträubt und uns selbst. In der Literatur ist das Urgewaltige sublimiert zu einem Klagen, das man den Worten einzeln so nicht mehr ansieht; in jeder hervorragenden Literatur ist der ursprüngliche Ton dennoch zu hören – tief unten im Text, zwischen den Zeilen, in der Gesamtheit des Textes an sich, als Klage an die Welt.
Des Menschen Leben: Liebe, Geld und Tod.

Freitag, 15. Juli 2011

Andere sind glücklich. Wir sind fett.
Legastöhniker.

Donnerstag, 14. Juli 2011

Ich leide an einem Lebens-Burnout: Es gibt mir nichts mehr, obwohl ich alles gebe.

Mittwoch, 13. Juli 2011

Fortschritt, Fortschritt! Ich wäre froh, es würden ein paar wenige Fortschrittchen gemacht. Es gibt sie auch – aber sie gehen immer von wenigen Einzelnen aus.
Das Bewusstsein kann auch eine Strafe sein.

Dienstag, 12. Juli 2011

Uhrweinwohner.

Montag, 11. Juli 2011

Mönche handeln und denken zumeist wie auf Drogen. Kein Wunder, sind sie doch Kruzifixer.
Urweinwohner.
Klingklanglautenschlag.

Samstag, 9. Juli 2011

Politiker und die Welt: Mal vu mal dit, würde ich mal sagen …

Freitag, 8. Juli 2011

Demokraturen.

Donnerstag, 7. Juli 2011

Ihr Hunger ist mir nicht Wurst. Sondern vegan.
Der Palastbau Karls in Aachen neben einer Bademöglichkeit: Palastbai.
Mein Jammern und Klagen: Weltschmerz im Ego-Herz.

Mittwoch, 6. Juli 2011

Theologie: Ein Widerspruch in sich. Wo theos draufsteht, kann kein logos drinsein.

Dienstag, 5. Juli 2011

Wer sonst nichts fertigbringt, kann sich vielleicht wenigstens unsterblich blamieren?
Einige glauben an Engel – andere an SchwEngel.
Liebes Amt für Migration / Seit ich in der Schweiz bin, habe ich 70 Kilos zugenommen. Von meinen 140 Kilos ist nun also die Hälfte gutes Schweizer Fleisch. Darf ich darauf hoffen, jetzt zumindest schon mal einen halben Schweizer Pass zu erhalten?

Montag, 4. Juli 2011

Abschied von einer Illusion
»Sag‘ Echo, wie bewertest Du Schweizer Brauchtum?«
(Echo:) »tumm, dumm, dum!«

Samstag, 2. Juli 2011

Was träumt die Karotte?

Mittwoch, 29. Juni 2011

Es braucht die Biodiversität bei den Schriftstellerinnen und Schriftstellern: Nur so können Giraffen entstehen und Elefanten, Mäuse und Ratten.
Einige würden Luzern am liebsten umtaufen: Luxerni.
Charakter: Die Trägheit einer Person, sich zu wandeln.
Beamtenleben: Ein lebenslänglich andauernder Heldentod im Dienste des Amts.
Alternative: Fernsehkonsumenten, die sich ARTE statt RTL zu Gemüte führen.
Alter: Ein Lebensstadium, in dem das Kranksein als Beruf ausgeübt werden kann.

Dienstag, 28. Juni 2011

Direkte Demokratie: Wo alle ihren Senf dazugeben dürfen – auch jene, die lieber Ketchup haben.
Businessmen: Rennfahrer der Menschheit: Sie bemerken nichts in der Welt als das Hinterrad ihres Vordermannes.
Brauchtum: Spezialform der Tyrannei.
Balkonien: Kleine Diktatur in Mitteleuropa.

Montag, 27. Juni 2011

Über das, was schmerzt, spricht man nicht – man schreibt.
Mutter Erde und Vater Kosmos. (Hoppla!)
Sieh an, sieh an, endlich hat es eine Kritikerin begriffen: Der Riedo schreibe praktisch nur für Literaturwissenschaftler, einige andere Wissenschaftler und seltene Ausnahmen der Gemeinen Art. Schlau, schlau. Aber ob’s wohl wahr ist?
Von der Überlegenheit der Schreibkunst: Schreiben ist ja nicht (nur) ein ›Spielen‹ mit Worten; es ist auch ein stetig hochkomplexer Versuch, die Intelligenz selbst, alles Wissen und unsere Mitteilungsmöglichkeiten davon neu zu arrangieren und zu komponieren. Das ist zum Beispiel bei einem Bild nie möglich. Auch wenn es mathematisch exakt aufgebaut werden kann, ist da nur noch Mathematik drin, nicht gleichzeitig noch alle möglichen Überlegungen etwa zur Methode selbst und tausenderlei in der Welt und im Kopf (also jenseits der Augen). Und doch ist ein Text oft mehr mit Wärme gefüllt als ein Bild. Nur die Musik schafft es auch noch, diese doppelte Höhe der Komplexität und Fülle allen Denkens gleichzeitig mit einer Empfindungswärme zu versehen, die solche Kunstwerke nie zum Kitsch werden lässt.
Der Ich-Erzählte: einer meiner liebsten Erzählformen.
Eigentlich sollte man immer bloß ›eigene Bücher‹ lesen – also die, die man auch selbst hätte schreiben wollen.
»Kultur geht nicht!« Genau: Sie läuft, springt, trippelt, stampft, trabt, fliegt, hoppst, kriecht, schwimmt, rennt, flieht, eilt …
Die Lehrer meinen immer noch, es gebe zu wenig Antworten. – Im Gegenteil, Antworten gibt es viel zu viele; es wird zu wenig gefragt.

Donnerstag, 23. Juni 2011

Das perfekte Werk: Eine Gattung begründend, auf die Spitze treibend und aufhebend.
Melancholie kommt meist aus überlegener Intelligenz.
Alle reden von einer Krise – aber keiner macht was dagegen. Wir schieben die Probleme an unsere ungeborenen Enkel ab, die eigentlich schon lange geboren sind.
Eine wie auch immer mögliche Freiheit sollte nur über den Weg der möglichen Gerechtigkeit angestrebt werden.

Mittwoch, 22. Juni 2011

Die ›Unfall‹anfälligkeit der Welt als Auswirkung von Wirtschaft und Politik nimmt zu.
Das Recht auf Arbeit ist eine Infamie, solange es nicht das Recht auf eine möglichst ›sinnvolle‹ (sinnerfüllte?) Arbeit in sich schließt.
Ich bin TheoRIEDOzent.

Montag, 13. Juni 2011

Imitation ist die ehrlichste Form der Bewunderung. – Noch nie was von Parodie gehört?!
Der Tod als das Eindringen der absoluten Banalität ins Reich der Literatur.
Können Worte, ohne Zwischenschaltung von Denken, unmittelbar einen Erlebnissinn aussagen, wie er erlebt wird und besteht, bevor er in den Wortvorstellungen verdünnt wird …? Früher hätte ich gesagt: nein! – Heute: Ich weiß es nicht. Eigentlich würden wir hier von ›Genie‹ reden. Aber alles durchdenken – das ist auch nicht immer alles.
Wer wie ich aus meinen Schriften und Ähnlichem Tröstung zieht, der soll in den Himmel kommen – der darin besteht, für ewig nicht mehr zu sein. Alle anderen sollen in die Hölle kommen, wo sie auf ewig unsere Werke lesen müssen.
Der bärenstarke, junge, heldenhafte Soldat: Ich werde sie alle killen. Ich werde der größte Held meines Landes sein. Ich werde –
Der kleine Profi (knallt ihn ab)
Der Kollege des Bären, ein ebenso trainierter, schöner, junger, stolzer Mann: Mein Bruder! Ich werde Dich rächen. Du sollst nicht vergebens gestorben sein. Ich werde –
Der kleine Profi (knallt ihn ab)

Donnerstag, 9. Juni 2011

Denken bereitet mir körperliches Wohlbefinden.
Reussbühl: White-Trash-City ahoi.
Die Liebe hat mit dem Tod gemeinsam, dass wir beiden nie ganz gewachsen sind? – Was aber ist mit dem Geld: Sitzt das nicht auch als schwärende Wunde in der Vernunft des Menschen?
AMTEN? Die würden besser sehen, dass sie noch ATMEN können.

Mittwoch, 8. Juni 2011

Nehmt doch den Dichtern endlich die Ostsee weg!
Die Natur im toten Winkel der Automobilindustrie (die Sich-selbst-stetig-erweiternde-Industrie-aller-Todeszweige).
McLob und McAkklamation – was die Schreiberlinge von heute suchen: den schnellen Erfolg, ohne tiefe Sättigung.
Ungefragt kommen wir ins Leben, ja. Aber bleiben müssen wir nicht zwingend: Rechtfertige Dein Leben! (Wie?)
Zeig, wie küsst man ein Lachen!

Dienstag, 7. Juni 2011

Männliche Erfindungen geschehen aus Notwehr. Deshalb sind sie so mechanisch. – Meine ganze Kunst so?!
Inneres Exil: Das Los des Schweizer Schriftstellers. Er befindet sich stetig im Exil unter seinen eigenen Landleuten. Die Dummheit, die Biederkeit, die Macht- und Geldgier umgeben ihn fortwährend.
Get Rich or Die Trying! (Aus dem Handbuch der unlustvollen Lebensverunstaltung und Weltverschlechterung)
Gliichziitig. Genau: Eine Zeitung gleich wie die nächste.

Montag, 6. Juni 2011

I phone, also bin ich: plemm!
Spaß? Galgenhumor? – Ich sei zu ernst? Es sind die lächelnden Menschen, die die Welt zerstören. For fun!
Dummbedrucktes (sic!) Papier.
Inseln sind Sehnsuchtsorte nur so lange, wie es einen Rückfahrschein gibt.

Sonntag, 5. Juni 2011

Kain opferte nur Pflanzen, Abel auch Fleisch; Gott gefiel nur das Opfer von Abel, was dann letztlich zum Todschlag führte. Gott ist eben ein Schweinehund.
Einen weiten Horizont haben eigentlich nur Astronauten.
Alt ist man, wenn die Prostata das Ego an Größe übertrifft.
Ich würde gerne einmal Käse schmecken, der aus der Brustmilch einer hübschen Frau gemacht worden ist.

Samstag, 4. Juni 2011

Aber die Hölle wollte keinen Bauchrednerquasisprechanonymus aus mir machen. Sondern ich soll die mögliche Wahrheit weniger den tauben als den leisen Ohren mit dem Federvieh Computer predigen. Federn übrigens haben auch die Gelehrten hinter den Ohren, die mit all ihren Federn gleich wie die Vögel mit ihren ganz befiederten Ohren besser hören als mancher mit seinen nackten langen Ohren.
Fleisch ist saubillig statt schweineteuer! (Alles subventioniert.)
Kunst ist die Bewegung um einen Brennpunkt, der die Welt selbst ist.
Die Bergpredigt – das Sinnbild der möglichen Erkenntnis, was es heißt, Steinen zu predigen.

Freitag, 3. Juni 2011

Ha: What a plunderful Welt!
Die Menschen: Rotbrüstchen, Blaumeisen, Schwalben und Lerchen.
Das Leben als barocke Bühne. Schon früher. Auch heute. Immer. Was ist es sonst? (Nur so halten wir es aus.)
Durch das Schreiben, wenn es ein anderer beim Lesen empfindet, wie man es selbst beim Schaffen empfunden hat, entsteht ein sozialer Dialog – bis hin zu einer Liebesbeziehung. Und eigentlich sollten auch Liebesbeziehungen im profanen Sinn so beschaffen sein: ein Dialog im tiefsten Sinn des Wortes. Bei den meisten ist es aber bloß so, dass sie niemanden sonst gefunden haben als eben ihren Partner/ihre Partnerin.

Donnerstag, 2. Juni 2011

Aber niemand, wendet man ein, opfert der Torheit, niemand baut ihr einen Tempel. – Doch: Man schaue sich die Autobahnen an.
Kein Gefühl mehr, das sich noch fühlen lassen würde, wird neu sein. Aber eventuell kann man die bisherigen so verarbeiten, wie sie noch nie verarbeitet wurden …
Also: Schellenkappe und Doktorhut: Narr und Faust, that’s me. (Unter anderem.)
Ich bin nicht einfach Zyniker. Viel eher bin ich Narr. Und nichts liegt diesem ferner, als die Welt zu verbessern. Aber er stellt sie auf die Probe. Als faustischer Narr allerdings lege ich die Axt auch an die eigene Wurzel, um zu prüfen, ob es weh tut und wie weit man dabei noch lächeln kann.

Mittwoch, 1. Juni 2011

Kling, Klingeling: Meint Ihr, weil ich ein Narr bin, sei die Wahrheit … dumm?
Velorution.
Goldener Schuss? Goldenes Lenkrad! Diese Trophäe erhält (als Grabstein), wer den tödlichsten Autounfall baut (wer am meisten Mitfahrer in den Tod reißt).
Für was für eine Maske steht mein Gesicht?
Ach, allzu oft ist die Welt nicht mehr als ein zutiefst verschmutztes Gewässer, am dem ich umsonst darauf warte, dass den Schaumkronen die Göttin der Liebe entsteigt.
Hochgradig närrisch sind die, die glauben, das Glück des Menschen beruhe auf dem Wesen der Dinge selbst. Denn nichts ist echt. – Sich täuschen zu lassen wäre als nicht arg? Es wär das einzig Ungetäuschte. Weil das Gefühl echt sein kann.
Flüchtlinge: Vom Regen in die Traufe. Sitzt ihnen wie angegossen. Die Reichen aber haben die Schäfchen im Trockenen.

Donnerstag, 26. Mai 2011

Traditionen? – Es würde der Schweiz mal guttun, vollständig zerstört zu werden. Danach würde man Traditionen eher im Innern fortleben, im Bewusstsein, nicht im Äussern, also nicht nur durch Burgen, Bilder, alte Waffen und Bundeshäuser. (Und ich mein‘ damit nicht einen verkalkten Geist!)
Letzthin eine wahre Tragödie vernommen: Er stirbt qualvoll, es sind die letzten Stunden, und seine Tochter labert ihn dabei noch voll, erzählt, wie grausam sie unter ihm gelitten habe, was sie ihm verzeihe, aber es sei schon manchmal hart gewesen etc. undsoweiter undsofort bla bla bla bli …
Pfyn – Kulturhauptstadt der Schweiz
Mehr als bloß ein überpfynliches Projekt.
Der Nachfucks von heute ist auch nicht mehr, was er mal war.
Oh, oh, ich habe einen Kater. Der wetzt die Krallen und lässt die Hüllen fallen. Am nächsten Morgen liege ich mit einer Katze im Bett.

Mittwoch, 25. Mai 2011

Das Leben ist ein Durcheinander; die Kunst Auslese.
Warum maße ich mir an, überhaupt etwas zu beurteilen, zu verurteilen? – Weil es noch nie so war, dass die Menschen wie heute theoretisch und demnächst eben wohl auch praktisch die ganze Welt zerstören könnten (auch wenn es viele nicht direkt wollen). Und weil sie messbar an mir zerstören, was einem Menschen normalerweise zugestanden werden muss. – Darum.
Albtraum: Miauomar.
Dienstag: Auf zweite Chance im Lotto warten. / Freitag: Selbsttötung.
Die meisten hier im Tiefland: Hochphilopfuschisch.

Dienstag, 24. Mai 2011

Locke, Voltaire, Hume, Rousseau, Kant: Wer hat der Moderne ihr Gesicht gegeben – immer im Kampf gegen die Kirche? (Selbst wenn sie noch in der Kirche waren.)
Momento Dori.
Ich bin Kremator – ein nützliches Mitglied der Gesellschaft.
Bei den meisten wär’s erstaunlicher, die würden Papier kotzen: die unaufhörliche Schlange aus dem Mund gezogen …
›Menschen‹, schrie die Stimme und überschlug sich, ›sind längst überflüssig. Sie selbst haben die Welt so weit gebracht, dass für Ihresgleichen kein Platz mehr ist.‹ – Ja, wirklich.

Montag, 23. Mai 2011

Weiht Euren Körper der Gabel.
Literatur ist was mich glücklich macht mitten im Scheiß der Welt.
Bringt man die Menschen auf einen Irrweg, wenn man sie zu sich selbst bringen möchte? Sind sie nicht viel eher Teil eines auch Anorganischen, dem sie besser dienten, dienten sie nie sich selbst – auch nicht bei einer Selbstfindung, Selbstwerdung, wie auch immer man das nennen mag?
»Wir bauen Ihre Zukunft!«, »Die Kinder sollen eine bessere Zukunft haben …« – und wie diese Slogans und Sprüche alle heißen. Sie würden besser mal an der Gegenwart arbeiten. Jeden Tag eine Welt möglich werden lassen, in der die Kinder und sowieso alle nicht diesen Lärm, den Gestank, die Lügen und all das Sinnlose mitmachen müssen.
Es sei nicht gut, immer mit Leib und Seele Schriftsteller zu sein? – Na, besser als Pfarrer mit Schwanz und Arsch.
Was man selbst dahinträgt.

Sonntag, 22. Mai 2011

Die Minute ist eine blühende Provinz.
Literatur: Der Deckel geht vom Topf …
Der Leser: Ah, das hat er nicht gut geschildert …
Ich stehe neben Meer.
Gleichgesicht an Gleichgesicht
Träumt
Gleichgesicht wie Gleichgesicht
Von
Gleichgesicht zu Gleichgesicht

Samstag, 21. Mai 2011

In einem ausgesprochen hässlichen Zeitalter borgen die Künste nicht vom Leben, sondern untereinander. – Die Zeiten aber sind immer hässlich.
Nacht: Er ist alt. Wünscht sich von IHm die Jugend. Bekommt sie. Tag: Aber er durchschaut die Blendung. Und bittet darum, alt sterben zu können. Was ihm genehmigt wird. Erst da entdeckt er den Fehler: Er muss zuerst wieder alt werden. Es sind Ewigkeiten. Und gilt als seine Strafe.
Ich liebe Dich, das meint: ich will, dass es Dich gibt. Hier und dort.
Ich passe nicht mehr in mich: Die Literatur füllt mich aus.

Freitag, 20. Mai 2011

Die Welt ein großer, schmerzhafter Augapfel in meiner Augenhöhle.
Die XXX triumphiert. Das verheißt Schlechtes für die Vergangenheit.
Das Leben ist der Abfall der Kunst.
Meine Asche und die Asche meiner Bücher und jene meines Lieblingsbuches (eines anderen Autors) zusammengemischt, mit Wasser verdünnt – und damit meinen letzten Text zu Lebzeiten geschrieben und verkauft.

Donnerstag, 19. Mai 2011

Ich erkannte ihn an der Art seines Gehens. Und sah an seinen Augen, dass auch er mich erkannte. Aber wir gingen aneinander vorbei, ohne Wort. Wir wissen, dass wir allein sein wollen.
Schmerzsekunden zerren an der Ewigkeit.