Freitag, 25. Februar 2011

Sind die sogenannten ›Intellektuellen‹ oftmals in ihren ›Gedanken versunken‹, sind es doch die Kaufleute in ihre Geschäfte viel mehr.
Die Kirche spricht gerne vom Wir, wo ich gerne vom Ich spreche.
Lebensfanatiker: Was bringt das Leben um jeden Preis?

Donnerstag, 24. Februar 2011

Miakrokosmos.
Wenn sich das ganze Universum tatsächlich ewig ausdehnt, werden wohl irgendwann die Sterne nicht mehr da sein (oder zumindest nicht mehr zu sehen sein). Was wird dann sein: eine total dunkle Masse im Nichts?
Bilder (Kunstwerke allgemein) setzen eine Erfahrung voraus, damit man sie genießen kann. So braucht es auch Wissen, um die Natur zu genießen.
Manch einer dünkt sich groß und erhaben, weil er sein Geschlecht dafür hält. Aber bald scheint er sich selbst aus einem Kaukasus in einen Ameisenhaufen zusammengeschrumpft.

Mittwoch, 23. Februar 2011

Ich bin der lebende Kulturverträglichkeitsartikel!
Zellklitterung.
3D-Filme: Jetzt wär es phantastisch möglich, die subjektive Kamera bei einem ›Einäugigen‹ durchgängig anzuwenden: Man filmt einfach wie bisher in 2D.

Dienstag, 22. Februar 2011

Was hilft es mir, mich an den Mast der Literatur zu binden, wenn ich doch die Sirenen-Klänge der Verblödung höre? Auch als Davongekommener werde ich mich kaum von der Nähe des Schrecklichen erholen.
Zerklitterung.
Schreibend das Besondere erfinden, um das Allgemeine darzustellen … (Goethe olè)
Literatur kann man nicht einfach decodieren; denn Literatur muss mehr haben als das Dechiffrierbare …
Wirtschaftshaie sind immer noch Jäger und Sammler: Wenn alles rundherum tot ist, ziehen sie weiter. Wie weit können wir ziehen?
Bern, Berlin, London, New York: Was spielt das schon für eine Rolle? – Auf die Kreativen hört ja eh keiner; nur auf die ›effizienten Innovativen‹ …

Samstag, 19. Februar 2011

Unser Sinnesapparat (Kant) liefert uns doch nur ein sehr beschränktes Bild von der Welt; das, was wir aufnehmen müssen, um zu überleben. Wer nicht bloß überleben möchte, sondern darüber hinaus etwas mehr erwartet (nicht alle tun es), sollte versuchen, den eigenen Sinnesapparat zu übersteigen – sofern das möglich ist. Hier spielt die Kreativität meines Erachtens ihre wichtigste Rolle: Phantasie geht eben über Visionen hinaus, die nur die Zukunft betreffen, etwa eines Bauwerks oder der Einrichtungsvariante des eigenen Zimmers oder des möglichen Haarschnitts beim Frisör. Gerade, weil viele Bilder, Töne etc. dieser phantasierenden Kreativität ›nicht zwingend nötig‹ sind.
Es gibt allerdings auch noch einen weiteren Weg: Indem wir über diesen Weltbildapparat nachdenken, uns über die Beschaffenheit dieses Weltbildapparates Gedanken machen, arbeiten wir ebenso an einem ›Auszug‹ der Menschheit aus dem (nicht selbstverschuldeten) Reichweitebereich unseres Sinnesapparates und der bisherigen Selbstverständlichkeit der Welt: Wir greifen zu auf eine eigentlich un-begreifliche, sinn-lose Welt. Man nennt es auch Philosophie (in ihrer streng logisch-›mathematischen‹ Form).
Allerweltsliteratur heute: Tendenzstückchen – aber ohne Botschaft? (Und ihre Verfasser lauter Barone von und zu Agitpop, ohne zu wissen, was ihre fabula und ihr Verhalten eigentlich docet …)
Der Nebbel ist dicht, gell, Heggel?!
In der Literatur wie im Leben: Die schönsten Stellen hat Mephisto!
Überall Quecksilber auf den Pflanzen; danach brauchen sie eine Sonnenscheininfusion durch das Wolkenfenster …
Ich gehe in die Hölle (die Welt); und singe hier – als Schriftsteller. Deswegen darf ich zurück ins Nichtsein. Wer bin ich?
(Ohr, Or, Orfeus, feus!)

Donnerstag, 17. Februar 2011

Literatur. Im Bewusstsein der Vergeblichkeit.
Die Lesbarkeit der Welt (Blumenberg), die für den Menschen wenig Bedeutung zeige … – Nun, suche die Lesbarkeit in den Texten, erschreibe sie dir.
Ewig blauen licht die fernen Wehen: ewig, ewig … ewig, ewig … ewig, ewig … ewig …
Warum wollen Menschen 120 Jahre alt werden? Was gibt es, das sie in den 80 Jahren nicht auch schaffen könnten?
Pferdegespann versus Metro: Freiheit versus festgelegtes Ziel?
Gesetze, Gesetze, Gesetze … – aber das ungeschriebene Gesetz lautet immer noch: Das Stärkere hat Recht.
Kommen lassen oder verkommen lassen.

Mittwoch, 16. Februar 2011

Wie kann man angesichts der Leiden der wahren Literaten ein Werk überhaupt je kritisieren? Das total fehlende Gespür dafür bei den Kritikern. Sie haben ihren Beruf verfehlt. – Aber: Wie kann ich angesichts der Leiden der Menschen überhaupt je einen Menschen kritisieren? Hm … : Weil sie anderen damit schaden?!
Wie muss die Welt für meinen Fuß sein? Alles immer von unten zu sehen, düster und dreckig. Wenigstens fast immer knapp an der Scheiße vorbei. (Aber warum kann ich mich nicht richtig in ihn einfühlen? – Vielleicht ist ja alles anders.)
Was wird als Grabesstätte mir dienen, hier auf dieser Welt? Egal, wo die sich einst befindet: Mich wird umgeben der Himmel als Grabestuch und als Totenlampen schweben nachts die Sterne über mir. (Aber wenn die ganze Welt endet?)
Dem Großteil der Menschheit ist ihr Literaturempfinden exstirpiert worden.
Ich wünschte, als ich in meiner Mutter langsam wuchs, ich wäre immer weiter gewachsen, weiter und weiter, bis sie platzte, um mir richtig Platz zu verschaffen, in der Welt, die so, wie sie damals schon war, schlimm war, für mich …
Der Mensch in drei Lebensetappen: gu gus / glu glu / patsch patsch.
Wer sieht schon die Geschichtlichkeit der Jetztzeit? – Oder sehen wir sie zu voreingenommen von uns selbst?
Wir werden allmählich zur Mehrheitsdiktatur der Dummheit bzw. der primitiven Instinkt-Reaktionen.

Montag, 14. Februar 2011

Der Gegenschlag: In der Schweiz sanken die IQ-Werte in den letzten Jahren um zwanzig Prozent. Das verdanken wir der SVP. Darum: Echte Schweizer Weltbürger wählen GRÜN! (Und fahren nicht mit dem Auto; das gibt es nämlich noch nicht so lange, dass es schon eine gutschweizerische Tradition sein könnte …)

Samstag, 12. Februar 2011

Im Interesse der Kultur können wir mit der Beeinflussung jedes Einzelnen nicht warten, bis er kulturreif geworden ist.
All die Globe-Trottel, die rumreisen und die Umwelt belasten. Können sie doch noch so lange biologisch fressen, wie sie wollen – nach Australien, »dem Land der Freiheit und Urtümlichkeit«, fliegen sie ja doch. (Und ich, meine Dame, mein Herr, bin trotz des ›biologisch fressen‹ Vegetarier, genau!)
Literatur: Was zumindest einigermaßen so frei ist wie in der Schweiz, das muss ja den meisten Menschen und also dem Staat als marginal erscheinen. Es gibt eine Zensur durch Nichtbeachtung, eine Zensur durch ein Unwichtigmachen.
Ah, zum Glück ist das Lesen eine Kunst, die man ganz alleine genießen kann. Im Gegensatz zu Opern, Theaterstücken, Kunst-Performances etc. (Bei all den ebenfalls anwesenden Zuschauern wird mir meist schlecht …)
›Kunst‹: ein bisschen im Schnee rumzappeln. Bedeutsam wird das für den Betrachter für nur eine Sekunde darum, weil er weiß, dass es am geographischen Nordpol gefilmt wurde. Nun, Bücher brauchen solche Hilfe nicht.

Freitag, 11. Februar 2011

Wie viele Fernseh-Abstinente gibt es überhaupt? Gemäß dem Bundesamt für Statistik besitzen 8% der Haushalte keine Mattscheibe. Da gehöre ich dazu. 90% verfügen über mindestens ein Mobiltelefon. Da gehöre ich zu den anderen 10%. - Und was sagt uns das?
Ich wälze und wälze mich des Nachts, zähle die Stunden, Minuten und Sekunden – und werde selbst zur Uhr.
Die so genannte ›Intelligenz‹ kommt bei den meisten Menschen nur aus Gewohnheiten heraus, nicht aus dem Begreifen einer Situation.
Der Zufall bleibt der größte Herausforderer, dem sich jeder Sinn-Spender zu stellen hat. (Also nicht die Autoren: Ihre Bücher haben eine Sinn; aber sie müssen nicht ein Netz des Sinns in der Welt aufzeigen.)
Kleist: Wannsee; Byron: Missolunghi; Johnson: Sheerness – Qualverwandtschaft.
Ganz im Gegenteil zu Nabokov, der das Schreiben von Aphorismen für ein Zeichen von Arteriosklerose hält, finde ich, dass es nur die konsequente Fortführung seiner Methode wäre: Statt Interviews nur noch schriftlich zu geben (also das Aufzeigen der eigenen Gedanken in nuce) gibt man gar keine mehr und schreibt die deutlichen Worte in Aphorismen nieder.
Einige Menschen suchen im Alter die Orte ihrer Kindheit auf. Andere jene Orte, die in der Literatur vorkamen, die sie als Kind gelesen haben. Bei beiden hat die Fiktion zum Realitätsverlust geführt; denn auch bei den Ersten ist die Erinnerung schon längst Fiktion.
Ich bin derart menschenscheu. Ich kann nicht mal neben einem anderen Wasser lassen in der Pissoirhalle.

Donnerstag, 10. Februar 2011

If there's nothing but survival, how can I believe in sin? – Genau. Oder wie Darwin die Kirchen köpft. (Auf dass ihnen das Dach fehle; und wer einen Dachschaden hat, der ist bekanntlich offen für Engel …)
Ich lebe immer mehr nur noch auf Papier.
Wahre Liebe sieht bei ihrem Höhenflug auf die Bockssprünge einer bestimmten anderen herab … (Und was soll dieses ›wahr‹ immer?)
Wenn man einen Oberon umarmt, wird man zum vorzüglichen Dichter. (Tieck, Reise ins Blaue) Heute würde den Job eher eine Fee übernehmen. Und also: Wenn eine Fee käme und ich dürfte mir etwas wünschen, ich würde mir eine Sprache nur für mich wünschen, in der ich – anderen unverständlich – dichten könnte. (Tue ich das nicht schon?)
Gut komponieren heißt letztlich unter anderem, den Audienten das Unerwartete erwarten zu lassen.
Warum strecken die Menscherl auf ›Party-Photos‹ immer die Sektgläser o. Ä. der Kamera entgegen? Vermutlich weil sie tief im Innern ahnen, dass sie selbst nichts wert sind – höchstens noch, was sie in Händen halten.

Mittwoch, 9. Februar 2011

Das Leben als wahrer Künstler kann mit einer Quitte verglichen werden: Roh keinesfalls genießbar, werden die nicht schmackhaften Gerbstoffe durch Kochen abgebaut und ein herrliches Endprodukt resultiert daraus, der zwar logischerweise kleinere Teil des Ursprünglichen, aber dafür gewissermaßen eine total vergeistigte Essenz dessen und in eine Transzendenz überführt, die einzig lohnt und anzustreben ist.

Dienstag, 8. Februar 2011

Die sich selbst so nennende ›Alternativmedizin‹ geht meines Erachtens ganz falsch vor: Statt beim Patienten ein Beruhigungs- und Besserfühlmoment hervorzurufen, indem sie wie die ›klassische Medizin‹ die Krankheitssymptome zum Verschwinden bringt, worauf sich ein Gefühl der Gesundheit des Patienten bemächtigen kann, das es ihm ermöglicht, sich selbst zu heilen, statt dessen also lassen die ›Alternativmediziner‹ den Patienten sich stärker krank fühlen als die herkömmlichen Mediziner, da sie ihn öfter zu sich kommen lassen und seine ununterdrückten Symptome ihn stündlich an die Krankheit erinnern, worauf er es kaum schafft, seinen Körper selbst gesund werden zu lassen. Die Symptome zu unterdrücken ist im Gegensatz zur gängigen Meinung in der Alternativmedizin nicht nur nicht schlimm, sondern genau der eine Punkt, auf den es beim Patienten zur möglichen Gesundung ankommt.
Jedes Mal, wenn ein Mensch geht, stirbt eine kleine Welt. Jedes Mal, wenn ein Dichter geht, stirbt ein ganzer Kosmos.
Ich schreibe jetzt gerade an meinen Memoiren. Das wird dauern. Ich ändere meine Erinnerungen ständig.
Erst die Vertriebenen merken, dass sie im Paradies waren.
Die Macht des Volkes ist wahrlich groß: im Ausgrenzen, im Verhöhnen, im Unterdrücken. Die Kleinen schlagen die Kleinen.
Das Überleben in einer zivilisierten Welt ist quasi ein Anti-Darwinismus: Wer tötet – und also überlebt – steht kulturell niedriger als sein Opfer. (Und durch das Essen des Herzens o. Ä. wird die höhere Kulturstufe keineswegs übernommen.)
Ob jedes Buch den Baum wert ist, der dafür geopfert wurde? Ob jeder Text die Augen wert ist, die sich seiner widmen? Ob jeder Autor die Mühe wert ist, die man sich seinetwegen macht?
Poet (schreit): Ich bin Gott!
Alle (emphatisch): Ja, wir beten dich an…
Poet (ausführend): Ich bin Gott, denn ich schöpfe Welten in Gedanken.
Alle (ernüchtert): Ach, so… (gehen weg)
Tumber Mensch (zu seinesgleichen): Der denkt immer nur!
Der Denker (denkt): Keine Angst, es ist nicht ansteckend, du Trottel.

Montag, 7. Februar 2011

Ich sehe wohl, dass Ihr die Alten geblieben seid, will meinen: die Jungen.
Aufmurksamkeit.
Ich bin nicht im Wahnsinn, aber im Sinnwahn.
Read-o – tomm-I-nick.
Bazarware Mensch.

Sonntag, 6. Februar 2011

Dass der Mensch nicht gehen kann und wohnen, wo überhaupt er will, ist Wahnsinn. Merkt das überhaupt einer in aller Deutlichkeit?
Der Name muss uns ungemein wichtig sein, ja, letztlich ein Signum für uns selbst werden. Das können wir sehen an der Freude der Schriftsteller, immer wieder mit ihrem Namen zu spielen, den Initialen.
Nur ein 18-Jähriger kann sich der Solipsismus-Idee voll und ganz anhängen. Lasst ihn älter werden und die ersten körperlichen Beschwerden haben: Er wird euch was pfeifen auf »nur im Gehirn vorhanden«. (Qualia, Qualia hoch!)
Woran liegt eigentlich die Faszination des Aktuellen? Denn selbst couch potatoes sehen sich lieber einen Film im Fernsehen an, den sie auch auf DVD hätten – ohne Werbung! –, nur um mit vielen anderen durch Zeitgleichheit aktuell verbunden zu sein. Der Schrei nach Leben ist wichtiger als alles …
Gedichte können erst dann gut sein, wenn sie Wörter wieder so zur Anwendung bringen, dass man im Kontext das leider ihnen üblich gewordene signifié vergisst: Wenn sie also keine leeren Wörter, keine Phrasen mehr sind.
Aus den Hauptfiguren meiner Bücher hergestellte Menschen – sie sehen so aus wie ich – treffen auf mich (nach dem Plan eines irren Professors): »Wie kann man die von mir unterscheiden?«, frage ich. Er: »Alle sind nur so wie damals im einen Buch. Sie, Herr Riedo, sind so wie alle zusammen. Das macht Sie anders und humaner.«
Heideggers ›Vorlaufen zum Tod‹ ist explizit eine besondere Denkleistung: Nur wer im Totalen schneller weiter vorausdenkt als andere, läuft gedanklich schneller vor zum Tod und hat so eher ein Gefühl von Vergänglichkeit.

Samstag, 5. Februar 2011

Was die Menscherl hier wollen: Edle Einfalt, stille Größe (= die Denker sollen die Klappe halten) und lange Weile.

Freitag, 4. Februar 2011

Freilich darf man sein, wie man ist, wenn man ist, wie man eben so ist. Aber wenn man so ist, wie man sonst nicht so ist, darf man nicht sein, wie man ist, da man eben nicht ist, wie man sonst so ist.
Die Menschen wie Kirschen: In der frühen Jugend blütenrein und weiß, im hohen Alter drall und schwarz. Aber ist das so?
Genaugenommen verschlinge ich beim Lesen der besten Bücher die Quintessenz der Erde. (Und die Esoteriker können sich mal selber ficken.)
Leute, die nicht Durchfall haben, wenn sie Diarrhöe haben, sondern Diarrhöe haben, wenn sie durchfallen …
»Ich bin ein ordentlicher Mensch!« Das sitzt: Selbst wenn so einer krepiert, streicht er sich den Todesschleim derart die Mundwinkel hinunter, dass die Sabberspuren schön gleichmäßig verteilt sind.
Warum ich nicht feurige Verse schriebe, fragte mich letzthin einer. Tja, weil ich eisige Prosa schreibe.
Das Volk der Sprachvernichter und -Henker. (Oder wie man den Spruch legitimiert: Wenn man schon nichts zu sagen hat, dann muss man wenigstens schlecht schreiben!)
Ende gut, alles gut! – Lächerlich: der Tod ist sicherlich gut; deswegen aber das Leben zuvor noch lange nicht!
Ich, ein in die Zeit gehängtes Netz.

Donnerstag, 3. Februar 2011

Wenn Blicke ficken könnten, gäb’s keine Jungfrauen und keine Keuschheit mehr.
Der Normalmensch (Everyman) befindet sich literarisch auf dem Niveau von Klosprüchen.
Während das Wort ›Kultur‹ leider schon lange verschiedenste Bedeutungen hat, versinkt auch ›Kreativität‹ zunehmend im Vorsumpf der Zivilisation.
Wahrer ›elitärer‹ Schriftsteller: Der durch die Fassade des Gesagten hindurch die Lineatur einer Wahrheit, die anders nicht mehr oder überhaupt nicht sagbar wäre, durchschimmern lassen will – zu unserem Entsetzen.
Auf dem Rütli verliest der Mister Schweiz die Bundesverfassung und teilt danach ›seine‹ Gedanken darüber mit. – Was wollen wir eigentlich für eine Kultur? Ach, ich weiß schon … Und ich soll nicht immer enttäuschter sein? Ich soll nicht mehr und mehr eine Wut bekommen auf die Leutchen?
Auf der Welt gibt es viel zu viele homo civilis und zu wenig homo sapiens.

Mittwoch, 2. Februar 2011

Die Grundbedingungen menschlichen Daseins: Schwäche und körperlicher Verfall. Wer sie in einem Kunstwerk ständig verdrängt, verleugnet das Leben selbst.
Wenn sich in der Kunst Stimmen regen, die eine Million für ein Kunstwerk völlig übertrieben finden, soll ich mich freuen oder doch traurig sein? Denn was ist schon eine Million in der Welt des internationalen Fußballs, wo für einen Spieler das X-Fache bezahlt wird, damit er im Jahr ein paar Mal den Ball mit dem Fuß berührt?
Wie ich auf Luzern gezogen bin, vom nur für mich gemieteten Haus in Romoos nun in eine Wohnung mit anderen Parteien, hätte ich es mir nicht mehr vorstellen mögen, meine Toilette unterhalb der einer anderen Wohnung zu haben: Die Idee, dass mir da sonst einer quasi auf den Kopf scheißt, ließ mich nicht mehr los. Ist das nun ein Zeichen dafür, dass die moderne Gesellschaft bereits Ordnungen angenommen hat, die man – wenn man nochmals wie von außen kommt – nicht gleich akzeptieren kann (etwa, dass die jetzt vorherrschende Architektur fast nur falsche Räume produziert), da sie eigentlich als solche verrückt sind? Oder bin schlicht ich zu verrückt und neurotisch?
Snoblesse.
Und alles Edle lebt in ihrem Gedächtnis fort – sehr richtig: fort!

Dienstag, 1. Februar 2011

Höll Dir Hell-Fetzi-Pah
Höll Tier Hill-Witz-I-A
Hol’s Dir Höch-Viel-Psi-A
Höck’s Mir Hump-I-Mina
Etc.
Heischreiinferno.
Das Perpetuum mobile ist – zumindest in diesem Universum – längst erfunden: Es ist Schopenhauers ›Wille‹, der nie zur Erfüllung kommt. (Das Wollen nimmt kein Ende. Man will und will und will … )