Donnerstag, 27. Dezember 2012


Wirklich wichtig ist das UNGESAGTE zwischen den Buchstaben.

Mittwoch, 26. Dezember 2012

Echte Tragik ist zu allen Zeiten ein Ärgernis: Die einen finden es absurd, andere lächerlich, wieder andere staatsgefährdend …
Warum waren mir früher schon die Wolken am Himmel weit wichtiger als Schnittblumen, die frau mir mitbrachte? Ich kann das Sterben alles Lebenden nicht gut ertragen. Wer solches anbetet, nur weil es schön aussieht, hat nicht immer mein Verständnis. – – – Wer also Schnittblumen liebt, ist ein Monster? Funktioniert die Welt wirklich so einfach? …
»LUSH / Customer Card / Für jeden Einkauf von CHF 30.00 erhälst du einen Stempel.« Erhälst!!?? Was ist mit dem Wording, hey?
Der Geisteszustand kann als Landschaft geschildert werden. Die Landschaft kann als ein Geisteszustand geschildert werden. Wer sieht den Unterschied?

Dienstag, 25. Dezember 2012

Nur äußerste Schwäche der Einbildungskraft führt dazu, dass jemand immer und immer wieder reisen muss.
Die Kunst erleichtert das Leben – ohne dass dadurch das Leben leichter würde.
Das Teditative der Kunst: Sie – und damit die Zeit, das Leben – soll lang weilen.
Ich träume eine Welt. Die Welt – sobald geträumt – verkörpert sich in einem neuen Ich.
Verzauberte Prinzen können sich in ihren Gärten ergehen … Wo ist mein Garten?
Wann ist ein Leben nicht ein Leben? Wenn Eindrücke ohne Zusammenhang keinen Wunsch nach Zusammenhang wachrufen?

Montag, 24. Dezember 2012

Dein Schreibtisch ist das Bollwerk gegen die Welt.

Samstag, 22. Dezember 2012

Es ist beängstigend, wie sehr heute alles durch den Profit gemessen wird. Selbst das Kulturelle wird ins Schema des Geldes gepresst. Es kommt so weit, dass ein Roman in jedem Land anders endet, dem jeweiligen Land zur Zufriedenheit: Da wird dann in einem Mercedes gestorben statt in einem Honda, in einem Fiat statt in einem Ford.

Freitag, 21. Dezember 2012

Sowieso, diese Vermehrungsbürger und Naturverräter: Zurück zur Natur wollen sie? – Ja, aber das heißt bei ihnen: mit Vollgas! Sie warten an den Ampelanlagen des Lebens auf Grün, doch machen nichts dafür. Da wird noch lange Beton sein und Asphalt.
Und dann dieser Hass, der in dir hochkriecht. Aber die Nächstenliebe gibt es in den Warteschlangen nie: Visagenklumpen allerorts, keiner lacht, jeder glotzt, Fresse an Fresse, Andrang, Nachschub, Schwemmgut, Pressware, »wir danken für zahl-reiches erscheinen«. Alles voller Reiseziele und Belange, vermutlich in jedem Einzelfall total unwichtig und egal. Hintermanns Mundgeruch im Nacken, hat Vordermanns Nacken mir nichts zu sagen. Und erst diese Gesichtsscheiben: restlos hirnlos. Aber jede eine flache Welt für sich.
Wenn du jeweils wieder mal rausgegangen bist, hast du dich an die eigene Regel zu halten versucht: Sieh‘ nie länger hin als extrem kurz! Eine Sekunde pro Gesicht, mehr hältst du nicht aus.
Aber auch dann: Manche Gesichter saufen binnen dieser Sekunde zu Visagen ab.
Sitzmumien fahren der Intensivstation, Nachwuchszombies ihrer Filialeneröffnung entgegen.
Wieso überhaupt bei gleichgeschalteter, leergefegter Standardmimik diese biologisch unverständlichen, garantiert unnötigen Minimalabweichungen in der Formatierungsoption? Wackelkontakt am Fließband? Einer sieht nicht wie der andere aus, aber alle sind sich allzu gleich.
Denn auch die hinterletzte Fresse will sich noch in die Zukunft katapultiert sehen, dieses kaum hochgezüchtete Säugetier, und hat’s geschafft, seit Jahrmillionen immer wieder voll dabei zu sein, mit kaum variierter Bulligkeit durch Äonen zu stiefeln, zu transpirieren, zu kopulieren, schwabbelfroh und winterfest.
Ja, Herr Müller und Frau Meier allerorts. So erfolgreich du auch wegzugucken versuchst: In den Autos sitzt Frau Meier reihenweise gestaffelt, mit vollen Migros-Tüten. Gesichtslaune: Camembert. Alter: jederzeit fortgeschritten. Oft lacht sie nicht, Frau Meier, und wenn, so hilft das auch nicht viel. Gesamteindruck: irreparabel. In ihrer höchsten Erscheinungsform mag sie sogar Mozart hören, im Wunschkonzert. Oder Häppchen beim Kultur-Sepp.
Und meist sitzt da noch ein Sohn im Fonds. Der hilft, drei Camembert-hoch, die Windelachterpacks zu stapeln, und dann karren sie das alles, sich selbst ja immer mit, zum knallweißen Haus mit Floristikbetonkübeln, Doppelgarage und Hundezwinger.
Das alles als apokalyptisch zu bezeichnen geht eigentlich nicht mal. Apokalyptisch wäre eine prophetische Fiktion. Das alles aber ist traurige Heutheit.

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Aber was denkst du auch. Du hast noch fünf Tage. Oder besser gesagt fünf Nächte. Das hat dir der Arzt gesagt. Und auch angedeutet, dass sie voller Qual sein werden. Gelindert nur durch etwas Morphium. Und andere heftige Schmerzmittel und starke Beruhigungstropfen. Um dich selbst in den letzten Stunden noch ruhigzustellen. Nur nicht auffallen. Auch im Tode nicht.
Ach, hör doch auf. Warum willst du noch bitter sein in den letzten Momenten deines Lebens? Schließlich hast du das Dasein selbst zumindest ab Mitte des Lebens immerhin als ein Geschenk begreifen können. Wir wissen nicht, woher wir kommen, wir wissen nicht, warum wir sind, wir wissen nicht, wohin wir gehen, aber immerhin sind war da. Als eine Art heller Schein zwischen der vorangegangenen Nacht voll Dunkelheit und einer nachfolgenden Nacht. In diesem knappen Abschnitt ist uns die Gabe gegeben, nachdenken zu wollen, nachdenken zu können. Sofern uns der Körper nicht schmerzt und ständig ablenkt.
Am Ende ist also der Leib. Jetzt sind die Schmerzen da, die dich nur noch sehr vermindert denken lassen.

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Rentner werden vor neuen Kürzungen verschont: Die SVP sieht das Volk betrogen. Künstler erhalten mehr Förderung: Die SVP sieht das Volk betrogen. Veloverkehrswege werden ausgebaut: Die SVP sieht das Volk betrogen. Die musische Bildung soll gefördert werden: Die SVP sieht das Volk betrogen. – Wenn also Rentner nicht das Volk sind und Künstler auch nicht und Velofahrer auch nicht und Kinder/Jugendliche auch nicht etc.: Wer ist denn für die SVP überhaupt das Volk?

Dienstag, 18. Dezember 2012

Es ist, wie es ist. Und wie es ist, ist es fürchterlich.
Was sagt das Männlein zur Domina? – Dein Befehl ist mir Wunsch.

Montag, 17. Dezember 2012

Auf der Suche nach Zuflucht vor dem Geschwätz der Welt.
Kreatief.
Die meisten Männer werden zu Kröten, sobald frau sie ein paar Mal zu viel geküsst hat.

Sonntag, 16. Dezember 2012

Ich habe einen Roman begonnen. Aber ich bin nicht über den ersten Buchstaben hinausgekommen.
Pfefferpüppchen.
Künftiges wirft Schatten voraus, spricht der Teufel.

Freitag, 14. Dezember 2012

Dienstag, 11. Dezember 2012

Ein Mann, wohlhabend geworden durch ein Waffengeschäft, flog wie stets für einige Verhandlungen nach Budapest, wo er aber diesmal zusätzlich eine Frau schwängerte, die dafür einige Tausend Euro von ihm bekam, nachdem der Sohn geboren worden war. Mit diesem, entbunden in der besten Klinik Ungarns, flog der Vater zurück in die Schweiz, wo er ihm die fürsorglichste Pflege angedeihen ließ: Kindermädchen, die mit ihm verschiedene Sprachen reden mussten, Vorschule an einem geheimen Standort, Privatschule und privates Gymnasium. Der Sohn bereiste mit dem Vater oder mit Freunden die Welt, genoss die feinsten Speisen und trug die edelsten Kleider. Am 20. Geburtstag allerdings ließ ihm der Vater nicht nur ein Fest ausrichten wie man es in Zürich noch nie gesehen hatte, sondern erschoss ihn auch um Punkt Mitternacht vor versammelter Gesellschaft. Er habe ihn in die Welt gebracht und hochgezüchtet, sagte er, so könne er ihn nun auch töten und essen. Worauf er vor der entsetzten Gesellschaft Gabel und Messer zückte und den Sohn langsam zu verspeisen begann. Erst die herbeigerufene Polizei hielt ihn davon ab, sein Messer immer und immer wieder in das Fleisch seines toten Sohnes zu schneiden.

Montag, 10. Dezember 2012

Die meisten Menschen sind höchstens gebuildet, nicht gebildet.
Auf die Pizza, fertig, los!

Samstag, 8. Dezember 2012

Sich als Gesunder in einer kranken, kaputten Welt zu bewegen ist nicht so schlimm. Mit dem Alter aber streben viele nach äußerer Stabilität, da die innere immer mehr fehlt: Man wird reaktionär im besten Fall oder unterstützt Rechtsregierungen, die hartes Durchgreifen versprechen. (Wo man sowieso immer denkt, es trifft ja nur die anderen.) (Zum Glück ist es einigen auch einfach egal – das ist in dem Fall für einmal positiv.)

Freitag, 7. Dezember 2012

Oft habe ich das Gefühl, alles zu verschlafen – in letzter Zeit habe ich das Gefühl, den Schlaf zu verschlafen.

Donnerstag, 6. Dezember 2012

»Provokationen sind Durchgänge, sie begründen keine dauerhafte literarische Existenz.« – Die Menschen bleiben zwar hoffentlich nicht auf immer gleich, aber so 1‘000 Jahre hat die Menschheit vermutlich schon, bis geistige Veränderungen Besitz des Einzelnen werden. Also lohnen sich Provokationen doch; auf ewig ist sowieso nichts.
Die Abendwolken standen da wie Bauern auf einem Schachbrett. Gleich würde die Königin blutrot zuschlagen.

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Lichtenberg hatte seine Hefte. Ich sudelkribble hier. (Und Jean Paul. Jean Paul!)
Muss es nicht eine Aufgabe des Schriftstellers sein, die Ketten der so genannten Wirklichkeit zu zerbrechen und vorzustoßen zu dem, was sich im Hintergrunde zeigt, was genauso da ist? – Ich sehe das bei den Schweizer Literaten zurzeit nicht erfüllt.

Dienstag, 4. Dezember 2012

Montag, 3. Dezember 2012

Eine Sprache, die dasteht wie schwule, falsche Matrosen in billigen Matrosenanzügen, die so unecht aussehen und sind wie die Gefühle, die sie der See entgegenbringen. (Wobei es zu sagen gilt: Heute sehen eigentlich alle Menschen irgendwie unecht aus.)
Die taubstimme katholische Nonne, die so prüde ist, dass sie sich weigert, männliche Lippen zu lesen.

Freitag, 30. November 2012

Es ist bitter zu bekennen und doch eine Tatsache, dass nicht ein einziges jemals von mir geäußertes Wort als eine rein aus meinem eigenen Wesen hervorgegangene Meinung angesehen werden kann; immer werde ich doch beeinflusst. Wie aber kommt man zu sich selbst und kann noch ganz eigene Geschichten erzählen? Geht das überhaupt? Wäre man damit nicht jenseits von allem?

Mittwoch, 28. November 2012

Ich habe seit meiner Kindheit etwas verloren, was man vielleicht als primitives Zutrauen zum Leben bezeichnen könnte. Es war zu viel, was mir zugemutet wurde. Wofür denn eigentlich?
Ich: Hah! Ich will unausweichlich sein!
Das Echo: …weichlich sein … weichlich sein …
Jesu Wiederkehr: Da müsste er sich nun bald beeilen, sonst ist dann nicht mehr viel da, um wiederzukehren. Oder war im Jahre 0 schon die Wiederkehr des Dinosaurier Jesus?
Was ist der Unterschied zwischen einem Zungenkuss-der-Muse-Buch und einem »Ich-küsse-dich-nur-auf-die-Stirn-Buch«?

Dienstag, 27. November 2012

Heldentaten: Ihnen gehört der Glorienschein ausgeblasen.
Über Dummheit kann man nicht wirklich diskutieren: Was mir ein dummer Witz, ist dem nächsten seine Lebensweisheit. Und wer gleich denkt wie ich, will darüber sowieso nicht streiten.
Eine Überlegung, die man hier vielleicht nicht erwarten würde; trotzdem: Vermutlich sollten die so genannten Linken (zu denen ich mich, von den so genannten Rechten aus gesehen, zählen darf) mal ihr Gewissen ehrlich hinterfragen, ob sie mit ihrer Asylpolitik nicht die Kräfte ins Land holen, die jene Arbeit machen, die mancher städtischer Linkswähler nicht mehr machen würde; die SVP aber jene Kräfte tatsächlich draußen haben möchte, weil ein größerer Teil ihre Wählerschaft diese Art von Arbeit noch auf sich nehmen würde. Oder wie sehen das die so genannten Rechten?

Montag, 26. November 2012

Sonntag, 25. November 2012

Nichts hier ist individuell angeschaut, alles ist nur da, um eine bestimmte Erkenntnisleidenschaft durch den Blog zu tragen. Oder was glauben Sie?
Das Gestern ist kürzer als das Morgen: Auch für mich?
Fußballmannschaften bzw. ihre Fans kommen wie Nationalstaaten bzw. ihre unreflektierten Bürger über alle Verluste von Personen in Niederlagen hinweg; schon bald heißt es wieder: Auf, auf, der SIEG wird unser sein!
Ich lebe in meinem eigenen Schatten: der Titel einer Autobiographie?

Samstag, 24. November 2012

Gegenstündlich.
Operetten – Operratten.

Mittwoch, 21. November 2012

Der Weg eines Schriftstellers: von der Utopie zur Resignation.

Dienstag, 20. November 2012

Der Mensch, ein Schöpfungsfehler? Oder, weil er ein Fehler ist, ist die Schöpfung an sich ein Fehler, das, was sich gemacht hat? – Versöhnung kann nicht durch die Natur kommen, nicht durch Zivilisation … – höchstens durch die Kunst. Warum? Weil sie alles nimmt, was da ist, als Grundlage, und damit spielt. Als Ergebnisse, die etwas gelten, in diesem Spiel, werden nur solche akzeptiert, die etwas Besseres aus dem Ausgangsmaterial gemacht haben; nicht alles; nicht einfach jede neue Mischung, das kann auch der Zufall; sondern das, was … ach, auch das hat doch keinen Sinn mehr …

Montag, 19. November 2012

Aaahhh, ›Geist‹: Für die Politiker, meist von rechts bis links, ein Etwas, das unter keinen Umständen mit der Wirklichkeit verwechselt werden oder gar mit ihr interferieren darf. Die Denker und Dichter daher zwar ein Stand des ›geistigen Adels‹, den man aber entweder ignoriert oder bejubelt, ohne ihn in seinen Aussagen ernst zu nehmen. Dass aber zum Beispiel stetig gesteigerte Gütererzeugung (oft um dieser Erzeugung willen) nicht lange weitergehen kann und darf, das … ach, es hat doch keinen Sinn …
»I’m lost in a forest«; heute müsste es wohl heißen: I’m lost in a valley …
Erlösung vom Warum: Die ›Irren‹ haben es teilweise.

Sonntag, 18. November 2012

»Sogar der Kindermord von Bethlehem verlor seine Grausamkeit, indem die Knäblein aus Marzipan und Gummizucker hergestellt waren, die dann mit Behagen in unseren Mägen verschwanden.« – Wer Derartiges ernsthaft schreibt, würde heute wohl auch dem Mord an den Juden in Auschwitz durch ähnliches ›Vertilgen‹ glatt alles Erschreckende nehmen können, wenn man da nur – passend zu den überlieferten Bildern, die ja dann aber auch nicht so ernst zu nehmen sind – die zu fressenden Juden aus etwas dünner geformtem Marzipan und Gummizucker herstellen würde, um der heutigen Schlank-Gesellschaft nicht zu viel Zucker zuzumuten …

Samstag, 17. November 2012

Das einfache Schweizer Volk: Mann, motz mal nicht immer so rum!
Riedo: Wieso nicht?
Das einfache Schweizer Volk: Änderst ja doch nichts!
Riedo: Hah! Das ist nicht bewiesen!
Das einfache Schweizer Volk: Dann beweis mal das Umgekehrte!
Riedo: Hm, und wenn es mir wenigstens guttut?
Das einfache Schweizer Volk: Schön für Dich. Schreib’s in Deinem Stübchen auf, aber lass es nicht hier raus!
Riedo: Aber wenn es irgendwo noch jemandem helfen könnte?
Das einfache Schweizer Volk: Haha, als gäb’s noch andere solche Quengelonkels …
Riedo: Immerhin sprichst Du von ihnen im Plural! Was zu beweisen war!!
Das einfache Schweizer Volk: Was?! Also Du glaubst doch wohl nicht … Hallo? Hallo! Was soll das, Klugscheißer?! Mann, komm zurück, eh …
Illusionistisch einen Himmel vortäuschend (Asamkirche in Ingolstadt) – ein pars pro toto für das, was die Kirche mit ihren Schäfchen macht.
Südzubringer Luzern: Können denn die Menschen nicht mal einige Jahre vorausdenken? Was soll das! Da werden sie vielleicht schneller mit dem Brumm-Brumm in der Stadt sein, aber dann verlagert sich der Stau dorthin. Und sowieso: Was wollen die alle mit dem Brumm-Brumm in der Stadt? Sollen mal wieder mit eigener Muskelkraft fahren bzw. laufen. ›Idioten‹ haben es doch – schön einfach – in den Beinen, oder?! (Zumindest nicht im Kopf; aber anscheinend, wenn man sie so hinter ihren Lenkrädern sieht, am fünften Rad im Karren, auch nicht im Gesicht, denn da ist nur Leere, große, gähnende, doofe, ja: gesichtslose Leere.)
Theater als rituelle Handlung? – – – : Die ›Schauspieler‹ als nicht Spielende, sondern als einen Wandel an sich selbst Vollziehende, durch das Gespielte; das Ich wird ein anderes durch bestimmte Bewegungen und Handlungen … Wer will mir dazu was mitteilen?

Freitag, 16. November 2012

Wer die Marktwirtschaft, wer das ewige Weiterarbeiten für den bloßen Geldgewinn erträgt, wer nicht mal fühlt, was hier alles falsch ist –: Der hat doch ein Defizit. Ein existentielles Defizit. Und zeigt doch, dass er nicht mehr sein will als eine Amöbe im Versuchslabor … Ach nein, das wäre eine Beleidigung für die Amöbe … Vielleicht deshalb sind sie auch gegen Abtreibung: So eine diploide Zelle ist tatsächlich etwa gleich differenziert denkend wie sie …
Was sagt der Große Bär zum Paradiesvogel? – Komm, lass und die Milchstraße suchen …
Steuerhinterziehung ist ein ›Kavaliersdelikt‹, ja, regelrecht ein ›Sport‹ beinahe aller Schweizer; aber Sozialhilfeempfänger werden fast zu Tode gejagt. (Überhaupt, jenes Wort: Nur, weil sich die Mehr-Besseren, also die vom Volk bestaunten Geld-›Kavaliere‹, früher ganz offen gewisse Straftaten leisten konnten, ohne bestraft zu werden, ist das damit Benannte noch lange keine simple Untat – im Gegenteil!)

Donnerstag, 15. November 2012

Reist Ihr, weil Ihr denkt, irgendwo müsse der Horizont mit dem Himmel ja zusammenwachsen, dass es da irgendwo einen Übergang geben müsse für uns arme Menschelein …

Mittwoch, 14. November 2012

Claustrophobicide: Wir werden alle daran sterben, dass wir uns gefühlsmäßig gegenseitig erdrücken. Alles wird zu eng. In einem einzigen Knall werden wir die Enge aufbrechen und auf ewig weggedrückt sein. Im Jahr 2022. Kein schlechter Jahrgang für einen Sektentod, oder?

Dienstag, 13. November 2012

Und die weiße Landschaft liegt unberührt vor mir, wie ein möglicher Weg ins Paradies: Niemand findet ihn, ich gehe ihn nicht.
Wer leidet unter den Anfechtungen des Verstandes? Etwa bloß jene, die sich trotz allem nicht ganz gegenüber jenem Verstandesdenken verschließen können, das von außen kommt? Denn ihr eigener Verstand ficht sie kaum an. Und wer ihn hat, den Verstand, leidet kaum darunter, sondern eher unter den Bedingungen der Welt und was daraus nicht gemacht wird.

Montag, 12. November 2012

Wenn meine Katze, die im Juni starb, auf dem Totenschragen noch dachte, dass die Welt zuhause immer so aussehen werde, wie sie aussah …, aber jetzt ist sie schon anders: Was sagt das darüber aus, wie weit wir wirklich vorausdenken können, zumindest über unseren Tod hinaus? – Nun, immerhin können es einige, die selbst nur noch einige Monate zu leben haben, weiter, als andere, die noch fast ihr ganzes Erwachsenenleben vor sich haben.
Man kann Natur als Kunst wahrnehmen, ja. Und Konfetti als Bild. Und es ist nicht einmal die schlechteste Art, zu genießen.
In der Schweiz wurde zwar Dada erfunden. Aber sie waren meist schon gaga vor Dada. (Wer also war gaga vor Dada?)
Was das miteinander zu tun habe? Na, hat Fleisch nicht mit Krieg zu tun?
Schuld? Sie reden ein bisschen von Schuld, schlagen sich an die Brust, an der doch die imaginären Orden hängen, und stopfen sich die Fresse voll mit gemartertem Tier.
Gute Literatur? – Kann sein: schmunzeln unter Tränen.
Wer kann an die kommenden Menschen denken wie an künftige Tote?

Sonntag, 11. November 2012

Nur, weil sie 40 sind und merken, dass es Häuser gibt, die nicht nur schon vor ihnen bestanden, sondern sogar nach ihnen weiterhin bestehen werden, meinen sie, der Staat, in dem sie leben, würde auch in alle Ewigkeit bestehen …
Ah, die See der Finsternis, auf der die Menschen paddeln, das Gestarr der Sterne darüber, der Liebeswellen täuschende Bojen an den Gestaden der Unendlichkeit, nicht mal wirklich zu erreichen mit dem Malstrom der Gedanken, mitten in der Dezemberdunkelheit, herabfrierende Kälte auf unseren törichten Tanz des immerhin möglichen Vielleicht, das uns kein Computer wegnimmt …
Oft denke ich, das wilde Um-sich-Schlagen all der Konsumenten mit immer neuen Betätigungen strengen sie bloß dazu an, das Sprichwort wahr werden zu lassen, dass man im Grab rotieren kann: Tot sind sie eigentlich schon, mit ihren Konventionswünschen, sie merken es nur noch nicht … und rotieren noch ein wenig …

Samstag, 10. November 2012

Ich hab‘ ein Kaninchen,
Direkt beim Züchter gekauft,
Dazu gehört ein zweites,
Damit sie beide auf der Herrschaftswiese herumtollen können,
Die vor dem Schloss liegt,
Wo die Diener darauf warten,
Mir das Portal aufzuhalten,
Damit ich in meinen riesigen Speisesaal kann,
Die Bibliothek
Und den Schlafraum mit Privatorchester als Wecker …
Aber ich hab ja gar keine Kaninchen,
Doch hab ich heut zwei gesehen,
Die hätten mir gefallen können.
Jetzt hätt ich grad noch Zeit zu sterben, ohne dass es peinlich wird. Oder soll ich doch noch rasch einen Schnaps saufen?
Oh Welt, ich bin Dein letzter Morgengast und Du meine müde Hur …
Ein ganzes Leben kann gutgemeint sein und doch nur Böses hervorbringen. Ein ganzes Leben kann man sich als intelligent betrachten und doch nur verkitscht sein. Es gibt wissenschaftlichen Kitsch, es gibt literarischen Kitsch, es gibt Gefühlskitsch. Es gibt sogar differenzierten Kitsch. Der Defekt kann im Leben sitzen. Cave!
Und wir event- event- event- event-ualisieren alles …
Was ist Sprache?
Was ist Quarkquark?
Quak quak Quarkquark?

Donnerstag, 8. November 2012

Erinnere ich mich jetzt nur falsch, oder hat es tatsächlich – obwohl sie sonst jedes Spielchen durchgespielt haben – noch nie eine Verfolgungsjagd in einem James Bond-Film gegeben, die auf Fahrrädern stattfand?

Mittwoch, 7. November 2012

Was träumt die Karotte im Erdreich, wenn sie die Schritte von uns Menschlein nur hört, nur spürt?
5-Ton-Musik: re-la-ti-vie-ren. Ungesunde Melodie.

Dienstag, 6. November 2012

Es überkochte zischend.
Es gärte glimmend.
Er gähnte mummelnd.
Sie gähnte brüllend!
Einer, der immer wieder das gleiche Buch schreibt; aber aus verschiedenen Perspektiven: Ich-Erzählung, aus der Sicht der Schwester, des Vaters, des Kollegen, der Partnerin, aus der Sicht eines Passanten, der den Protagonisten immer wieder sieht, als Seitenstück zu einem Abschnitt der Weltgeschichte, als Epos, als Theaterstück, als einfaches Gedicht, immer und immer und immer wieder …
Völlig abgebrannt … Also ein Buch aus der eigenen Bibliothek genommen, kurz den Namen geziert-zierlich reingeschrieben, ein paar Anmerkungen hingeschludert, die vor Jahren hätten hingekritzelt sein können, und dann das Buch zum Antiquar getragen, der es prompt mittelteuer kauft, um es superteuer weiterzuverkaufen …
TranssubstantationsverTIERt.

Montag, 5. November 2012

Immer nur die paar Tropfen des Glücks. Gerade hinreichend um zu leben. Nicht zu sterben. Nie ein voller Trunk. Und wer hier von homöopathischer Dosis reden will, der haue sich selbst eins in die Fresse.
Man kann die Frage von früher auch anders stellen: Wie viel muss man gelesen haben, bis man ein Verständnis dafür hat, was es alles noch geben kann? Also: Was macht beim Lesen Sinn? (Aber muss das Lesen Sinn machen?)
›Sinnlos‹: Eine Buchhandlung, in der nur verkauft wird, was der Buchhändler kennt. Aber warum eigentlich: Weil ein Ein-Mann-Laden nicht mehr funktionieren kann? Weil es nach marktwirtschaftlichen Kriterien ›schön dumm‹ ist? Weil man nicht weiß, warum man genau das lesen soll, was der oder die Buchhändlerin mag? – Dabei bestaunt Ihr Stars doch auch und kauft, was sie mögen (wobei sie oft nur mögen, was ihnen bezahlt wird …)?
Studieren – ganz ohne MISSverständnisse, meint der Chauvinist.

Montag, 29. Oktober 2012

Wortwitz statt Witzfort.

Sonntag, 28. Oktober 2012

KOPFLOSkel.
Rätselraten, einmal mehr: Warum sparten Diderot und d’Alembert in ihrer Enzyklopädie sowohl Politik als auch Religion aus? – Hah: ›christliches Abendland‹! einmal mehr … Hier ist fast alle Kultur gegen Kirche und Staat durchgesetzt worden!
Motztuusig.
Retrorumanisch.

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Geburd in Wean, Collège de Genève, dada in Zürich, Fremdenlegion in Afrika, Errehüüser e de Schwiiz, Tod in Italien: Wer wollte Friedich Glauser vereinnahmen?
Es gibt drei Regeln, wie man einen Roman schreibt. Und Coelho würde schreiben: Schreibe einfach einen guten Roman. Schreibe einfach einen guten Roman. Schreibe einfach einen guten Roman.
Ich sollte schon immer mal einen Vortrag schreiben über meine Mündliche Sprache; Titel: Meine Fresse. Wie ich rede.

Dienstag, 23. Oktober 2012

Die Insel von Schnabel.
Der Turm voll Kabel.
Der Turm von Fabel.
Der Turm von Bla-bla-bla-bel.
KulTURMinister.

Sonntag, 21. Oktober 2012

Komm, Herr Jesus, sei unsre Mast.

Samstag, 20. Oktober 2012

Ich bin ein Fahlfisch.

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Alle Sprache ist doch längst verbraucht. Die ›edle‹ sowieso, das hat schon Pound gesehen. Und der Slang ist heute auch nichts Besonderes mehr. Eigentlich gehen deswegen nur noch Texte, die in Zitaten reden, also eine riesige Zitaten-Collage – die aber etwas sagt, was mehr sagt, als die Summe dieser Zitate. Karl Kraus hat’s vorgemacht im Theater-Bereich. Fehlt die gleichwertige Leistung in der Lyrik und der Prosa.
Popoetik.
Popoethik.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Natur Kultur. Was aber könnte eine Brücke sein? – Kunst.
Es kann das ja geben: Ein Stück wirklich schlechter Literatur in einem exzeptionell guten Buch; wenn es einen Zweck erfüllt, nämlich (siehe Joyce). Würde man es aber auch merken, was es auf sich hat, wenn ein Autor ein ganzes Buch schlecht schreibt, absichtlich, aus einem bestimmten Zweck (siehe Riedo)? Und würde es sogar kunstvoll sein, ein ganzes Leben nur schlechte Bücher zu schreiben, aus einer bestimmten Absicht heraus (aber dann eine Seite so perfekter Literatur zu hinterlassen, dass man doch weiß: Die/Der hätte auch anders gekonnt)?
Was hat Heine dazu getrieben, knapp 100 Jahre vor Freud den jüdischen Glauben als vom Niltal ausgehender alter Glaube der Ägypter (unter Echnaton) zu bedichten? Doch eine Art Seherkraft (unbewusstes Fühlen) der Au-Thoren? Und dann würde Muschg, der alte, doch auch richtig liegen?

Montag, 15. Oktober 2012

Crème-à-Thor-ium.
Dämmerling.
An dem Quell der Langenweile
Lag die Dichtkunst hingegossen.
Ihre Kinder, die Vokale,
Brachten großes Wasserblubbern;
Aus dem Blubbern Tropfen wurden,
Kleine Spritzer funkelnd flogen,
Und zum Bächlein sich formierten,
Da wie Schiffchen talwärts eilten,
Hey, die flossen, hey, die sprangen,
Auf des Gründelns seichten Spuren.

Sonntag, 14. Oktober 2012

Wenn ich nicht Peruken trage,
Hab ich eigne Haar … naja …
Wenn ich gute Verse schreibe,
Bin ich ein Poet,
Und wenn ich schlecht Verschen schreibe,
Bin ich ein Politiker.
D.R. (schreibt ein Stück, in dem Herkules stirbt, weil er Fleisch fraß)
Die Späteren (schreiben ein Stück, in dem Riedo stirbt, weil er nicht nichts brauchte zum Essen)
»Ein totes Tier bringt mich ums Leben!« – Das kommt vom Fleischfressen!!

Täglich frisch gestresst.

Montag, 8. Oktober 2012

Wem die Kunst einer Nation Ausdruck ist ihres ethischen Zustandes, der erlebt die extreme Entstellungsarbeit der gängigen Szene nicht mehr als Narrenposse, sondern als etwas viel Schlimmeres, das auszusprechen sogar ich zurückschrecke.

Sonntag, 7. Oktober 2012


Von nix kommt nix. Drum sind so viele da.

Wo sich die Auserwählten zu Sitzungen treffen. Im Kreise der Allerwertesten. Arsch zu Arsch.

Samstag, 6. Oktober 2012

Tick-Tack-tur.
Neugier? Eher die alte Gier aufs Ewiggleiche.
Was bekommt vor allem Kulturpreise? Schund. Denn jede Kehrseite braucht doch ihre Medaille.
DetoNATIONEN um DetoNATIONEN.
Parteien, deren Märchen für die geworfenen Kinder beginnen mit: SS war einmal …
Straßen wie Sprache: Misslungene Zeilen sind die Norm.
Da macht’s bla-bla-bla-bla-bla-bla. Ein Bla-bla-blabylon. Vor dem ich besser türme.
Wenn sie in sich gehen, fahren die meisten zur Hölle.
Sich abhandy kommen.
Ach, hört mir doch auf mit der Literatur des Augengalopps!
Nur wenige gehen für Kohle in die Tiefe – diesen wenigstens gehört mein Respekt; viele andere wollen nur anders viel verdienen.
Liebes Tier, liebes Schwein, ach, trau, Sau: wem? Nicht dem Jäger. Der hat einen Knall. Und dann Sau, ist alles verkehrt, Sau, aus.
Ich bin mir ein Widerling – äh: Widerpart.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Die alten barocken Vorstellungen von der Welt als Bühne und vom Leben als Traum entsprechen doch dem neu-heutigen Denken als Leben ›wie‹ im Film mehr, als Xxx denkt.
Arty-farty Penis-Party.
Stellung der Frau in Xxx: Zuerst sitzt sie im Familienauto vorne rechts, vielleicht sogar mal vorne links (vor der Hochzeit); dann sitzt sie mit einem Sohn oder Kind hinten, damit vorne Platz bleibt für Gäste; wenn der Sohn älter wird, sitzt sie immer noch hinten, der Sohn vorne rechts neben dem Vater. Und wir sagen, es gebe überall Gleichberechtigung! (Aber heute haben ja alle zwei Autos, nicht?!)

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Wenn man ein Problem hat und nur ein kleiner Schrifti ist, was macht man, um sich dennoch groß zu fühlen? Man legt sich eine Lebensstrategie zurecht, die fast alle anderen als dumm betrachtet: So was hebt die Stimmung ungemein. (Ich muss das ja wissen.)
Der Bindenknall der Eiterlinge.
Der Schinderfall der Leiberlinge.
Der Finten-Fall der Schreibringe.
Der Tinten-Phall der Schreiberlinge.
Der Tintenfall der Schreiberlinge.
Wenn wir die Teufel der Tiere sind, wer sind unsere Teufel? Anders gefragt: Welche ›Realität‹ sehen wir nicht?

Dienstag, 2. Oktober 2012

Früher wurden die Kunst-Texte als Hilfe zum Memorieren unterstützt durch Reime. Heute ist das Hirn entwickelter, komplexer. Die logische Folge: Das Epos wurde zum Roman. Es ist die heute adäquateste Form der Literatur.
Der GPS-Chip in unserem Innern: Das System wird verfolgen, vor welchen Regalen wir im Einkaufs-Center gezögert haben – und uns danach die Werbung spezifisch für diesen Bereich vermehrt zukommen lassen.
Anekdot.com.
Die Dumpfbacke heiratet eine Rose – und nach der Hochzeitsnacht findet sie/er auf dem Kopfkissen nur noch ein paar welke Blätter.

Montag, 1. Oktober 2012

Gäbe es aus Sicht der Kultur doch einen Grund gegen zu viele Ausländer in einem Staat? Denn die Ausländer, auch viele Akademiker – zumindest mehr als in ihrem eigenen Land –, hängen im Ausland einer völlig kitschigen Heimatliebe nach, konsumieren billigste Heimatkultur. Der Gesamtgehalt, der Gesamtwert der Kultur im Land also sinkt. Und wem kann das eigentlich nur dienen? Den rechten Parteien. So was …

Samstag, 29. September 2012

Juden reißen bei Trauer am Revers das Kleid leicht ein. In der Romanwelt kondoliert ein Freund der Romanfigur des armen Schriftstellers. Der aber antwortet: »Nicht doch, ich habe bloß kein Geld.« Woher fliegen mich solche Stellen an?
Verschiedene Schriften desselben Schriftstellers oder gar aller Schriftsteller: die fortwährende Interpolation des Ewig-Gleichen. Was ist der Ur-Text?
Anekdot.en.
Anverbandelt.

Freitag, 28. September 2012

Citroën Picasso: Mann, die können mich mal, wenn ein Auto je ›Riedo‹ heißen sollte: Ich werde einen Sandsturm in der Urne verursachen!
Krieg Dich wieder ein, wir haben genug vom Frieden …
Er würde seine Seele für einen Fünfliber dem Teufel verschreiben – und dabei wäre erst noch der Teufel der Geprellte.

Donnerstag, 27. September 2012

Einfälle sind gut als Einfälle. Auch das Formulieren bereitet noch Wohlgenuss. Aber schon das Aufschreiben ist oft lästig: Was schreib ich denn für andere?! (Und das auf einem öffentlichen Blog!)
Der feste Busen der Wahrheit! – Ja, den möchtet ihr anfassen, nicht wahr?

Mittwoch, 26. September 2012

Ah, wenn ich grad so mächtige Dinge angehe: Ich sollte wohl auch bald mal das Gespräch aufschreiben zwischen mir und dem ungezeugten Sohn meiner ungezeugten Tochter.
Zur Zahlenmystik: Friedrich Rückert lebte von 1788 bis 1866 (88 und 66!). Aber er wurde nicht etwa 78 Jahre alt, sondern ausgerechnet 77 Jahre. 77 Jahre! Was meint das nun? … Oder was man an allen Tagen so macht …
Was ich auch mal schreiben sollte: Eine Ode an den Fön. Der mich so zärtlich streichelt mit seiner Warmluft. Und nur ab und zu ein Fangbein stellt mit seinem schwarzen Kabel. Mein kleiner Gebärmutterersatz der Wohnung. Der mich sanft wärmt auf Stufe 1. Und heißmacht auf Stufe 2.
Was ich (auch) sein möchte? Klappenkommentarverfasser für berühmte Bücher. Oder gleich Zitaten-Erfinder für noch nicht geschriebene Bücher.
Geh: Dichte!

Montag, 24. September 2012

Nietzsche mochte Schopenhauer nicht abnehmen, dass er ein wahrer Pessimist gewesen sei, da er auch Flöte gespielt habe … – Aber auch mein Herz heißt ›Dennoch‹. Noch.
Eigentlich leben wir ja alle vom täglichen Brot und von Spielen. Die Frage ist daher: Wie gelangen wir an das Brot und welche Spiele spielen wir?

Freitag, 21. September 2012

Ah, Kleinkinder und Vögel mit Tourette-Syndrom …
Hören Park, denken Platz.
Die Vegis: Kein Fleisch mehr!
Die Karnivoren: Diese Forderung ist hirnverbrannt!
Ich: Genau.

Mittwoch, 19. September 2012

Während aber eine Symphonie polyphon erklingen kann (und dazu ein Orchester braucht) und ein Bild wohl poly›phon‹ gemalt sein mag, einfach zum Beispiel dadurch, dass es aus dem Rahmen fällt, aus der Zweidimensionalität (und also auch ›Material‹ braucht), kann das die Sprache nicht derart einfach. So muss man wohl spätestens seit dem 19. Jahrhundert von zwei sehr verschiedenen Arten von Erzählen ausgehen: Dem, welches das Poly-Whatever abzubilden versucht (und dazu Papier braucht oder zumindest eine Schreiboberfläche wie auch immer, aber wo Lese-Laut und Lese-Schriftbild ›auseinanderklaffen‹ können) – und dem, das nach wie vor Sprache versteht als ›Erzählen‹, ohne dass es dazu Papier braucht. Ich sage nicht, dass das zweite veraltet wäre. Im Gegenteil: Wer es hier fertigbringt, doch etwas vom Ur-Gefühl abzutönen, dem gelingt wahrlich große Literatur.
Wenn Freud die Urszene sucht, so suchen Schriftsteller (Sie wissen, wen ich meine) nach der perfekten Abbildung des Ur-Bildes (es könnte auch der Ton sein – genau hierin liegt unter anderem das Problem) der eigenen Kreativität. Das, was alles losgetreten hat. Also jenes Poly-Whatever, dem eigentlich nur durch vielstimmiges Sprechen beizukommen ist.
Nicht immer ist der Inhalt eines Textes der Entwurf einer Gegenwelt. Bei guten Texten kann das zudem oder gar ausschließlich das Erzählen selbst sein. Was ich damit meine? Ja, spricht denn der Esel davon, warum er so muht, wie er muht. Der Witz mit den großen Ohren und Geschlechtsteilen kommt ja von außen …
Er oder sie: Herr Rüdo, wie verbinden Sie Ihren Aufklärungshabitus damit, dass Sie die große Resignation anzuknabbern scheint?
Meine Deinheit: Die ganzgroße Resignation wohl noch nicht. Aber bitte: Aufklärung wird eben häufig falsch verstanden. Für mich ist sie das, was man aus der Geschichte herauslesen muss – und dann die einzige Möglichkeit der Kleinen, über die halt leider Mächtigen zu lachen. Die Moral von der G’schicht ist eigentlich immer, dass der Welt nicht zu helfen ist. Diese Einsicht aber und ihre Rückformulierung in Texte ist doch eine Art Hilfe. Deshalb sind Aufklärer oft sowohl Melancholiker als auch Satiriker. Warum sie aber vielfach noch wider besseres Wissen zu handeln versuchen, wo eigentlich nur zu texten wäre, nun … auch wir sind alle Teil des Ganzen, nicht?
England, Frankreich, Deutschland und selbst Russland (St. Petersburg als Neugründung!) haben sich meist über ihre Städte definiert; die Schweiz über ihre Berge. Darum tun wir uns heute noch oft schwer, uns als Städter zu fühlen, wo doch das ganze Mittelland eigentlich eine große Stadt ist.
Laufen in Cornwall so fettleibig rum als lebten sie noch in der Steinzeit – und kleiden sich auch so.
»Ich bin doch auch nur ein Mensch!« So entschuldigen sich die vielen bei manchem, das sie machen im Bewusstsein, anderen – nicht zuletzt Tieren und der Umwelt – zu schaden. Aber geht es dann darum, ihr anscheinend bescheidenes Leben zu verlängern, sind sie plötzlich nicht mehr ›nur ein Mensch‹ …
»Aufgeben ist keine Option!« – Richtig: Oft ist es die einzige Möglichkeit.
Prostitution sei nicht wie Organhandel? Aber verkaufen nicht auch die Dirnen ihren ›Körper‹? Und tut man nicht beides eigentlich gegen seinen Willen, hätte man genug zum Leben? Und müsste also die (gewerbliche) Prostitution unter Umständen nicht auch verboten werden? (Oder zumindest genossenschaftlich organisiert?)

Dienstag, 18. September 2012

Ein Abschied mit Retardationen: Nehme ich nicht wie ein Sterbender (der ich ja bin) langsam Abschied von allen Sinnfragen, keinen Sinn mehr sehend im Leben, im Lesen, im Schlafen gar? Bin ich nicht mehr und mehr nicht nur für den Anthropofugismus, sondern immer mehr auch für den Biofugismus, den Geofugismus?
Aaahhh, all diese Meinungsschnappis!

Montag, 17. September 2012

Der Trost des modernen Künstlers: Kann sich seine schöpferische Kraft in dieser speziellen Zeit nicht verwirklichen, weil erst der Zusammenklang von privater Phantasie und Zeitgeist ein Genie macht, das vorher und nachher nicht mehr möglich ist?
Was ich will (so unter anderem): Spiel und Erkenntnis. Erkenntnis durch Spiel? Spiel mit Erkenntnis?
Nur um das mal klarzustellen: Ich bin keine Diagnose; ich bin Symptom.
Überhaupt: die Neutralität. Die wurde Helvetien von den europäischen Großmächten einst aufdiktiert. Und jetzt gilt sie plötzlich als ›urschweizerisch‹. So spricht sich der Kranke Mut zu, sein Leiden habe er doch schon immer ganz sanft gehabt oder zumindest mache es ihm nichts aus. (Woraus man keine falschen Schlüsse ziehe: Ich bin gegen eine Armee.)
Warum hatte man im Zweiten Weltkrieg eigentlich das Gefühl, das ›Alpenmassiv‹ sei ›uneinnehmbar‹? Seit Jahrhunderten liefen doch die Franzosen, Russen, Österreicher und wer weiß wer alles noch nach Belieben drin ‘rum und bekämpften sich da. Aber so funktionieren Mythen. Oder die Dummheit, die nie auch nur ein paar Jahrhunderte zurückblickt.
Recht-haben-Wollen in der Frage nach dem Afterleben: Eigentlich könnten Gläubige doch einfach sagen: »Jaja, wir sehen es ja dann …«. Gerade sie aber kämpfen verbissen darum, ihre Version durchzusetzen.

Sonntag, 16. September 2012

Wenn ich das Wort ›Blocher‹ höre, zücke ich meinen Mob-Wisch.
Bin ich zu fest Hirnler?
Das Kampflied gegen die Apartheid-Ideologie in Südafrika war um 1980 Pink Floyds »Another Brick in the Wall, Part 2«; in Ost-Berlin sang man 1989 »Looking for Freedom« von David Hasselhoff: Sagt das nun etwas über die Deutschen aus? (Und wäre Peter Bichsel rassistisch, wenn er so etwas fragen würde?)

Samstag, 15. September 2012

Wenn ich das Wort ›Blocher‹ höre, zücke ich meinen Wischmopp.
Die Neidgenossen.
Scheint mein Schatten nicht besoffen?
Ist eine gute Arbeit nur eine solche, die weiter vorstößt als die wissenschaftlichen Annahmen, auf die sie sich stützt?

Freitag, 14. September 2012

Das Bébé: Wäh-bäh-wäh!
Der Rideaux: Ach hör doch auf, das hab‘ ich schon vor 38 Jahren gesagt, genau das. Immer diese Epigonen.
Das Bébé: Wäh-bäh-wäh!
Der Rideaux: Willst Du eine Urheberrechtsklage am Hals?!
Das Bébé: Wäh-bäh-wäh!
Der Rideaux: Scheiße, mutig ist es auch noch!
Motz-ART: die neue Straße der Kulturschaffenden.

Donnerstag, 13. September 2012

Kommunikation und Literatur: Alles direkt Mitteilbare ist doch eigentlich zweitrangig, und erst was sich unter all dem Mitteilbaren noch mitteilt, entscheidet, ob es mitteilenswert war bzw. bleibt oder nicht.