Mittwoch, 31. Juli 2013

Ich begeb mich in meine Denkerposse.
Vom Pimmel hoch, da komm‘ ich her.
Dem grauen IA-Untier würde ich gerne eine Ehre erweisen. Wenn auch nur die letzte.
Das Glück prasselt auf mich ein.
Ein Gott ja über uns allen schnarcht,
Ich meine, er hat’s noch immer schlecht gemacht.
(Frei nach RW)
Alle Katzen werden von den Menschen mit denselben Geräuschen angelockt: »Komm, ts ts ts, komm Puss Puss Puss …«. Ob sie kommen?

Dienstag, 30. Juli 2013

Denkerpose: Verdeck das Gesicht leicht mit der Hand. »Oh, wie edel, oh, wie sensibel!«
»Guten Appetit!«: Ein Satz als Instrument.
Denn wenn wir schlecht gelaunt sind, ist es nicht manchmal ein kalter Lufthauch, der uns berührt hat oder die Form der Wolken? Wenn wir uns gut fühlen, kann es nicht das farbige Licht des Tages sein?

Montag, 29. Juli 2013

Nach Wort: Ja, was ist danach …?
Vor Wort: vor jedem Wort und aller Sprache ...
Die alten Herren, die oft nur noch die Nähe zu ihren Frauen suchen, um sie besser zu hören …

Sonntag, 28. Juli 2013

Bin ich heterosexuell nur aus Konvention?
Das Gevolk.
Eigentlich lebe ich nur noch, weil ich manchmal das Gefühl habe, ich werde am Morgen aufwachen und wieder ein Kind sein – in einer Familie, die besser ist als die in meiner Kindheit.

Samstag, 27. Juli 2013

Ich: Erstausgaben junger Mädchen.
Das einfache Schweizer Volk: Hah! er wird älter und bringt so schleimig-zweideutige Witze!
Ich: …
… die nichts im Griff und nichts begriffen haben.
URINstinkt.

Freitag, 26. Juli 2013

Der Vogel heute, der sich verirrt hatte und klagend-schön schrie, immer wieder, viel zu oft: Er lebt in der falschen Welt; wie ích, wie ích.
Im Durchschnitt ist jeder pro Jahr acht Tage krank. – Wo bleiben all die Gesunden, die mich ausgleichen?
1945–1990 Nachkriegszeit / 1990–2001 Fin de Jahrtausend / 2001–???? Neue Angst

Donnerstag, 25. Juli 2013

Die Billig-Kulturschaffenden: Herunter vom Niveau!
Ich: Wieso? Wo? Warum? – Wie?
Mit Zigaretten in die Nacht schreiben., im dunkelen Buch des Lebens. Hallo, Sterne, sagt auch was.

Mittwoch, 24. Juli 2013

Sie grasen auf der Augenweide.
Tut so, als gehörte ihm die Welt; warum nimmst dir nicht n’paar Haare, wenn dir alles gehört?
Die Härte des Lebens, was man nun Wirklichkeit nennt, Lebenskampf oder soziale Eingliederung, die nicht gelingende Anpassung an die Umwelt, was für ein blödes Wort, und all das bedeutet doch nur, dass es meist ein schlechtes Leben ist und eine verfluchte Welt.
Macht es Sinn, gewisse Wörter              zu verwenden.

Dienstag, 23. Juli 2013

Die Lust am Blick bezwingt das acherontische Grauen.
Literatur eine Art Flaschenpost? – Wer kann die Flasche öffnen? Oder ist sie von Anfang an offen und damit alles ›verwässert‹?
Öffentlichkeit? – Gibt es nicht.

Samstag, 13. Juli 2013

Dieser erste Satz lautet in der Gerling-Biographie: Bedeutende Menschen ziehen den Zufall nicht mehr und nicht weniger auf sich als unbedeutende; sie ergreifen ihn nur anders. Und er mag zeigen, warum Wolf von Niebelschütz hier zu Beginn – im Gegensatz zu dem, was seine Frau wohl von Arbeitsprozessen späterer Schriften sagt, wo sich bereits alles eingespielt hatte – doch etwas Mühe bekundete: Er musste sich dem Versicherungsfachmann Robert Gerling zuerst auf irgendeine Weise nähern können, in ihm etwas entdecken können, was er auch in anderen Menschen sah, die er bewunderte: Er sieht in Gerling in der Folge einen Mann, der in anderen Zeitaltern ebenfalls ein bedeutender Mensch geworden wäre, weil er die Eigenschaft besaß, so der Autor, die Zufälle der Welt für sich nutzen zu können, sie auf seine Art für sich arbeiten zu lassen. Denn [i]m nur Wirtschaftlichen ist sein Werk nicht zu fassen. Er selbst hat, als Breker ihn 1928 modellierte, tiefsinnig davon gesprochen, daß es von einer bestimmten Daseinshöhe ab gleichgültig sei, was man tue – auch das Politische, auch das Wirtschaftliche nehme dann künstlerische Züge an, so daß man als Regierer von Menschen und Ideen seinen Beruf ganz ähnlich auffassen könne wie der Bildhauer oder Dirigent: die Lust und die Mühsal, gestaltlose Materie zu gestalten. Diese Anschauung gibt ihm einen Rang, wie er im Umkreis des reinen Geldgeschäftes zu den allergrößten Seltenheiten gehört. Wolf von Niebelschütz stilisiert Robert Gerling in seiner Biographie zu einer Art barocken Fürstenfigur, mit aller dabei mitgedachten Verachtung der gestaltlosen Materie der bloß herumregierbaren Menschen, aber auch mit der damit einhergehenden Größe eines solchen Menschen, der selbst im 20. Jahrhundert versteht, wie man würdig lebt und etwas Großes aufbaut. Denn das seien eben, wie Niebelschütz im zweiten Satz sagt, ›Charakterfragen‹.
[Vorveröffentlichung aus der Biographie von Dominik Riedo über Wolf von Niebelschütz: »Wolf von Niebelschütz. Leben und Werk. Eine Biographie«; erscheint Ende 2013]

Freitag, 12. Juli 2013

Die Sprache könnte theoretisch das Absolute vermitteln: mit den Zwischenräumen; es ginge um die richtige Anordnung von Wörtern, auf dass die Wortabstände sagten, was kein Wort sagen kann …

Donnerstag, 11. Juli 2013

Karl May hat beim Schreiben natürlich nie an etwas anderes gedacht als an das, was wortwörtlich dasteht, sicher. Hier ein Beispiel: Als ich ihr die Hand gegeben hatte und mich nun von ihr wendete, erblickte ich den Bläser der Signalpfeife. Er winkte mir und ging davon, indem er sich einige Male umsah, ob ich ihm folge. Leider verstand er weder meine, noch ich seine Sprache. Dennoch hörte und begriff ich auf das Deutlichste, weshalb er mir gewinkt hatte. Er griff nämlich sein Rieseninstrument, welches in der Ecke lehnte, spitzte den Mund, formte ihn zu einem weiten, runden Schlauch, legte ihn an das Loch der Pfeife und begann zu blasen, dass sein Gesicht blau, mir es aber rot und violett vor den Augen wurde. Er wollte, ehe wir auf Nimmerwiedersehen voneinander gingen, mir noch einmal den Genuss bereiten, den er für den höchsten des Erdenlebens hielt. Ich hörte ihm zu, bis ich glaubte, Einhalt tun zu müssen, da er sonst unbedingt zerplatzen werde, und gab ihm einige Stücke kleiner Münzen, über welche er so erfreut war, dass er die Pfeife sofort wieder an den Mund setzte. Ich aber machte mich mit der Gänsehaut, welche er mir angeblasen hatte, auf das Schleunigste von dannen.

Mittwoch, 10. Juli 2013

Der Teufel ist abergläubisch: Er glaubt an Gott.
Das Wasser läuft mir im Mund zusammen. Der Redestrom schwillt an.
Not. Notiz. Noten. Notizen.
Verdammt, wie nah kann ich dem Empfinden eines Kenianers kommen? Oder kann ich eher wie ein Vierzigjähriger von Marokko denken, als wie mein Großvater? Wie nah komme ich dem Empfinden einer Frau? Eines ›härteren‹ Mannes? Wie fühlt jemand, der zwei Meter groß ist?
Wir haben scharfe Eckzähne, also sind wir Fleischfresser? Aber wieso kochen wir dann das Fleisch? Also haben wir uns entwickelt. Wir sollten uns auch Richtung Vegetarismus entwickeln.

Dienstag, 9. Juli 2013

… und mehrmals täglich lasse ich mir ein Mädchen im Munde zergehen.
Die Frau des Reiters, die ihm nach dem gelungenen Rennen auf die Schenkel klopft, wie der Reiter dem Pferd auf die Flanke. (Olympia 2000)
Web.bewerb.

Montag, 8. Juli 2013

Würde Goethe einen deutschen Sänger ab Wiedergabegerät verstehen, wenn er es heute hörte?
Luftstutzkeller.
Uhrsache.
Flussendlich.
Prêt-à-penser.

Sonntag, 7. Juli 2013

Die Schriftis: Wir glauben an die heilige Dreieinigkeit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Hör auf Dein Herz – und erfinde den Techno neu! (Bumm – bumm – bumm …)

Samstag, 6. Juli 2013

Die Zukunft, die früher etwas Besseres im Politischen bzw. Sozialen an sich hatte (nein, das ist kein blöder Witz), hat heute hauptsächlich das Versprechen auf bessere Waren angenommen: ›das Auto der Zukunft‹, ›das Smartphone der Zukunft‹, ›die Kaffeemaschine der Zukunft‹.

Der gleiche Satz kann bei einem guten Schriftsteller etwas ganz anderes bedeuten als in der ›Tagesschau‹. (Kontext-Wirkung)

Freitag, 5. Juli 2013

Das Stoßende an den Schriftstellern und Schriftstellerinnen ist doch, dass sie über alle Jahrhunderte durch kritisch gewesen sind und gesagt haben, was los ist in der Welt – wo doch in der Sozialgeschichte von denen, die arbeiten, erwartet wurde und wird, dass sie nie das Maul aufmachen.

Ich will nicht zum kollektiven Albtraum gehören, der sich meist auflöst in Schall und Rauch ihrer Off-Roader.

Dichter geht’s nicht mehr.

Männer schwänzeln um Frauen rum.

Donnerstag, 4. Juli 2013

Eine Frau, die 1001 Geschichte erfindet, weil sie Jungfrau bleiben will. Kafka resigniert und erfindet die Parabel vom Türhüter. Hah, die Tür wird verschlossen – und war doch nur für ihn nicht offen …

Mittwoch, 3. Juli 2013

DIE EINEN UND DIE ANDERN
Ein Auto wollten sie sich nie leisten
Das Krankenauto sollte nicht kommen müssen
Solange er noch stehen kann und gehen

So reist er denn im Zug
Zu seiner Operation
Von der es kein Zurück geben wird
Zweiter Klasse
[Aus meinem Zyklus ›IN DEN LETZTEN ZÜGEN‹]

EssBébé.

Domi-nicken.

Dienstag, 2. Juli 2013

Die Härte der Glockenzone – eine Schelle
Überglockenheim Europa (das Abendland): Es dröhnt und tobt im Kopf. Auf den obersten Gipfeln herrscht keine Ruh. Die Pyramide ist auch für Schellenursli spitz. Denken die Schelme von Schengen. Besser als die Bengel von Bern. Lachkabinett. Spottdrosseln ade. Sie sekten sich zu, das ist alles. Ampelmännchenmodus oder Hakenkreuzfigur, alles ein Jesusallerlei. Auch Flurina hängt ihr Herz ans Kreuz. Sie glaubt an den sonnenweichen Schnee, nicht an Stifters Eishölle. Halt wie Ursli: Die Schelle als Denksackgasse: Wie soll der Ton oben raus? Alles, was er will, ist in seines Vaters Maiensäß: Hat aber den Schlüssel des Vaters nicht. Oh weh, der steckt sonstwo, denkt Mama. Alles ein Konstrukt der Kleinfamiliärenzelle, Obsession des Wirtschaftswunderlandes. Nur die Bauern halten sich noch für Neandertaler. Taler, Taler, du musst reiten, spricht das Dornrösschen. Und die Mutter wird im Traum zum Berg. Wie kann da Ursli ausbüchsen zur Dorfdisko? Aber zum Glück hat er ja seine eigene Schellenparty.

Montag, 1. Juli 2013