Freitag, 31. Januar 2014

Sein Leben setzt sich aus Gelesenem zusammen – trotzdem echter als der Kitsch der meisten im ›echten‹ Leben.
Die Schmerzen des Anders-Denken.
Vergehlichkeit denkend.
Alfred Andersch wurde nicht Schweizer. Er wurde Nicht-Deutscher.

Donnerstag, 30. Januar 2014

Ich bin nicht mehr der gesunde, vor Zuversicht strotzende Freche von 24/25. Aber auch da war innerlich bereits ein Wandel geschehen.
Eine Süßigkeit, die nach meinem Tod meinen Namen trägt? – Nur für etwas, das z. B. dazu verwendet wird, Politiker für immer auszuschalten!
BILD ↔ TEXT: Erleben Sie sogar die Zeitstruktur anders.
Alles Erleben ist subjektiv: Es ist also auch ein Glück, wenn andere Texte ›verstehen‹, das, was man (be)schreibt.

Mittwoch, 29. Januar 2014

Ein Knall Nichts im Ohr.
Ich bin vierzig. Was soll ich tun? – Mental ausrollen.
Dear Barbara Broccoli and Michael G. Wilson

I am the perfect Bond villain for your next film. Please call me between 5 and 7 pm only.

Yours
D. R.
Rund um das Loch
Dort, wo ich scheiß‘
Da frisst sich etwas
Ein und rum

Ich fühl den Schmerz
Zur Scham dazu
Ich hab den Krebs
Im Darm
Einerseits belfern die Kleider und der Habitus: »Ich bin sexy!« Andererseits will man »Einfach kontaktlos bezahlen!« Wir nähern uns in Sturmeseile dem berührungslosen Sex. – Ich sag’s ja: Windbesamung.
Tuschparade.

Dienstag, 28. Januar 2014

Verknallserscheinungen.
Aus nix im Nix macht etwas: Nichts. (Die Zahl leg weg, es siegt die Null.)
Der zum Tode verurteilte in Polen: Er wählt den Schnaps. Sein Körper, der das zum ersten Mal trinkt, genießt es so, dass er nach dem medizinisch eingetretenen Tode gewissermaßen aufersteht, als riesige Alkoholverarbeitungsmaschine, die hinabsteigt in die Erde und von innen heraus die Welt zerreißt.

Montag, 27. Januar 2014

»Ich kann zwar tun, was ich will, aber ich kann nicht ausgesucht wollen, was ich will.« Demnach sollte man jene in Entscheidungspositionen einsetzen, die wollen, was gut ist. (Frage der Moral und unserer Sinnesapparate: was wir überhaupt wahrnehmen können und berechtigt als ›gut‹ erklären.)
Ein überholtes Bild? – Jaja, überholt mich und prallt frontal in den entgegenkommenden Lastwagen. Meinetwegen. Ich bleibe dabei.
All diese Kulturmanagement-Kurse etc.: Als wäre Kultur dasselbe wie Kaffee (leider ist sie das immer öfter, ja); als wäre da alles in Marktanteilsprozenten der Gegenwart zu messen (200 Jahre alten Kaffee kann man nicht mehr so gut trinken, denke ich; 200 Jahre alte Literatur aber wird erst jetzt langsam ›reif‹ für die Ewigkeit).

Sonntag, 26. Januar 2014

Jawohl, Euer Verheerwürden.
Kurze Botschaften, Flaschenpost, Gravur im Ring: Was wollt Ihr denn?

Samstag, 25. Januar 2014

Es war keinmal … Es war Kainmal … Es war Carn’vor’n …
Ich will auch ein Trophäen-Kind zum Rumzeigen …
Sex, rein und raus und rein: die älteste Reise der Welt. Weil da Lust auf weitere Gefilde erwachen, wollen wir auch weitere Reisen machen? Ist das ein rein männlicher Gedanken, da die Frauen ja ›besucht‹ werden, in dieser Logik?
Ein Lokführer erlebt traumatisch eine Selbsttöterin, die sich vor seinen Zug wirft. Er erkundet danach ihre Spuren: Wer war diese Frau, dass sie sich ausgerechnet vor seinen Zug warf? Er wird von der SBB für seine Erkundigungen bezahlt, weil er nach dem Unfall schwor, dass er im Moment des Aufpralls eine Lichterscheinung gesehen hat, die vom bereits zerquetschten Körper in den blauen Himmel aufstieg. Es zeigt sich aber, dass es eine boshafte, tyrannische Frau gewesen war, die selbst Morde begangen hat, Tiere quälte und Säuglinge in Seen warf.
Ein Buch schreiben, dass man nicht veröffentlicht, weil es sofort verboten würde. Es kursiert von Hand abgeschrieben unter interessierten Lesern. Sie werden verhaftet, weil sie es weiterverbreiten, nicht aber der Autor, der es nur ausgeliehen hatte.
Ein Käser hat einen phantastischen Käse. Immer einmal im Jahr kommen Freunde und Berufskollegen, sitzen um den runden Käse herum und besprechen die Welt.

Freitag, 24. Januar 2014

Hat der Geist doch Einfluss auf die Materie? Ich mag das Vergehen der Zeit nicht (mein Zeitproblem) – und alle meine Uhren gehen bald einmal kaputt.

Donnerstag, 23. Januar 2014

Der Letzte löscht am Ende das Licht. Nun, nicht ganz. Vermutlich bläst der letzte Mensch in Europa das Licht der Aufklärung schon freiwillig früher aus. Wenn es da überhaupt noch welches gibt. Ist doch die Mehrheit schon kräftig am Pusten.
Durch Leben kommt kaum mehr neue Erfahrung dazu. Aber ich habe ja das Schreiben und Lesen.
Ich lebe ohne feste Vorsätze. Dafür mit Nachsatz. Das ist doch die Hauptsätze.

Mittwoch, 22. Januar 2014

Was bleibt, stiften die Dichter. Das stimmt so nicht. Auch das elektrische Licht oder der Rasierapparat (?) bleiben. Nur erinnert man sich dabei nicht AUTOMATISCH an den Erfinder. Beim Text ist Überliefertes und Autor miteinander verknüpft – zum Nutzen wie zum Schaden des Erschaffers.
Ich werfe mir nichts vor. Das wäre Perlen vor die Sau geworfen.
King Gier.
King Gear.

Dienstag, 21. Januar 2014

Es ist mir etwas in der Kehle verstorben.
KoorDINIEREN: Es lebe die Zuführung des großen Nierengeschlachtgeschlemms.
Er zückte seine Bi-Stola.
Ich hab Pawlowsche Katzen: Sie rennen zur Wohnungstür, sobald es klingelt.

Montag, 20. Januar 2014

Atemgerneration.
Oder ist etwas ganz anderes im Gange: Wenn wir in einer Welt n leben und einen Atemzug tun, so ist die Welt n und wir mit ihr zerstört worden, ins Nichts, aber in der gleichen ›Zeit‹ eine Welt n+1 kreiert worden, die bis und mit dem Atemzug mit der alten Welt n alles gemein hat, um dann gerade mal einen Atemzug länger zu dauern, worauf die Welt n+2 folgt etc.? (Original-Kopie plus einen Hauch mehr / wo n-1 endete, macht n alles bis dahin mit, dann eine Atemgeneration länger etc.)
Was ich lese, vergesse ich oft; was ich esse jedoch, das speichert mein Leib.
Thomas Pynchons Beschrieb des widerwärtigsten Runterwürgens von Gummifressen (»Die Enden der Parabel«, ca. Seite 190) versus das Marmeladenessen bei Hans Henny Jahnn (in seiner Erzählungen-Sammlung »Dreizehn nicht geheure Geschichten«). Wie tickt die Zunge?

Sonntag, 19. Januar 2014

Zurich in die Arbeitswut.
Für meine taube Katze muss ich wie allmächtig erscheinen, dass ich immer dann aus dem Nebenzimmer auftauche, wenn sie etwas umgeschmissen hat, was ich aber nicht habe sehen können … Wir und die Allmacht des sogenannten Kotzes?

Samstag, 18. Januar 2014

ZWEIHALBJAHRHUNDERT
Nein, ein Genie war unser Schmidt nicht. Unser? Ja, unser: Denn wir erkennen ihn immer, egal ob in Briefen an Heinz Jerofsky, ob im Frühwerk, den mittleren Jahren oder dem Spätwerk: Immer ist da dieser Rhythmus, der Sprachrhythmus, das, was nur bei ihm so zwischen den Wörtern (als quasi ›betonter‹ Zwischenraum) mitschwingt, zwischen den Sätzen: Da war ich hin!: Von dem herrlich ausgewogenen Prosatakt!
Sowieso, Schmidts Werk: ein Hin- und Her – auch der Lebensstimmungen – oder eben Auf und Ab der ›GegenSätze‹: Ganze Geistestreppen besteigt er so, selbstgebaute oder vorgeplante, Hauptsache: hoch hinaus. Und von oben trotzdem noch das kleine Leben mitstenographiert, tief unten.
Eben ›auf und ab‹: Im eigenen kleinen Leben wollte der Lagerbuchhalter der deutschen Literatur in Gedankenwolkenwelten alle überschweben können – und da oben gibt sich das Barometer nicht zu störrisch. Dazu: Wer braucht schon New York, wenn er bei Poe nachlesen kann, wie das früher war: Dieses Bild wollte er sich nicht von der Realität überblenden lassen.
Und tief innen nicht die Angst nähren, dass die ganze Kultur nächstens vor die Säue geht. So liegt in seinem Sprachgefühl auch der Mut und die Wut gegen eine wie auch immer geartete Obrigkeit verborgen oder besser gesagt: eigentlich offen zutage. Die unerhörte Geschmeidigkeit und Vokalharmonie seiner Sprache als Wundmale …
Hippie high high Hippie Hippie high, Hippie high high Hippie Hippie high …
Katzarina.
Muus o lini.
Wo fühlen sich Katzen am wohlsten? – Im Mausoleum.
Blütenpause.

Freitag, 17. Januar 2014

Es entstand die Welt: 1. Katastrophe. Es entstand der Geist: 2. Katastrophe
Im September war ich das letzte Mal bei ihm zuhause. Im Oktober haben wir uns das letzte Mal gesehen. Dann, am 24. Dezember 2013 um 23.46 Uhr, ruft mir mein Bruder an und teilt mir mit, dass unser Vater den Tag zuvor zwischen zwei Uhr und sechs Uhr morgens im Schlaf an einem Herz-Kreislauf-Kollaps gestorben ist. Beim Räumen der Wohnung drei Tage später steht die selbstgemachte Dessert-Crème für unseren Besuch am 25. Dezember noch im Kühlschrank. Jedes Löffelchen ein süß-bitterer Abschied …
Bei einem Bild kann der Maler ›sichtbar‹ machen, wie er den STURM gesehen hat. Wie kann ich das im Text ebenso genau ›abbilden‹?
Der Moment vor dem Schreien (Laokoon): Sind nicht die Letzten Worte das, was grad vor dem Tod kommt? Oder der letzte Atemzug?
Könnte nicht auch ein Bild des jetzt-dann-gleich-den-Drachen-erstechenden Georgs (laokoon-artig / laokoonesk) besser sein als all das Zeugs, was die gewöhnlichen Kirchleinmaler so leisten?
Scheinleben: Raus aus dem Leben mit diesen Falschmünzern!
Etwas in mir ist noch nicht gestorben und wird den Zerfall der Hülle noch lange überleben.

Donnerstag, 16. Januar 2014

Das heilige Sakrament der Verwandlung? – Ich kann auch Brot in Fleisch verwandeln – ich muss nur genug davon fressen.
Was bin ich? – Ein Rechtstitel in Bezug auf das Urheberrecht; eine personale Instanz vor einer wie auch immer gearteten Zensur; ein Name für die Einheit eines Textkorpus.
»Oh, ja, oh làlà, ich mag die Provence«, sagt die Kunsttussi*, »überhaupt ganz FrackREICH«. (*Egal welchen Geschlechts.)

Mittwoch, 15. Januar 2014

Der Priester: Man muss mit den Karten würfeln, die Gott uns zugeteilt hat
Riedo, le Fou: Hahaha!
Die Schweiz: Hahahab dich mal nicht so!!
Ah, meine Dame, Sie sind subeffizient.
Haupt wer klein.
Bla bla blauer Kammerherr.
Mein Urtrauer reicht tiefer als alle Anlässe.
Jim Popp und die rasenden Rüben.
Tripp-Täter.
Ferientriptäter.

Sonntag, 12. Januar 2014

Mittwoch, 8. Januar 2014